Gebäudenetze: Glasfaser bis in die Wohnung – ohne Investitionen zu entwerten

Gebäudenetze: Glasfaser bis in die Wohnung – ohne Investitionen zu entwerten

Der Ausbau bis in die Gebäude und Wohnungen ist ein zentraler Schritt für die Glasfaserversorgung und -nutzung. Bis Ende des Jahres werden insgesamt 7,8 Millionen Kundinnen und Kunden Glasfaser nutzen. Die meisten Glasfaser-Kunden haben Verträge bei den Wettbewerbern (5,1 Millionen) abgeschlossen. Die Take-up-Rate der Wettbewerber beträgt 30,2 Prozent, die der Telekom liegt bei 17,9 Prozent (VATM-TK-Marktanalyse 2026, Mai 2026).

Für die Menschen ist das Glasfaserkabel in der Straße nur ein Zwischenschritt, am Ende kommt es auf die Verfügbarkeit von Glasfaser im Gebäude und in der Wohnung an. Regeln zum effizienten Vollausbau von Mehrparteien-Häusern, für den Zugang zu gebäudeinternen Netzen und technischen Standards können dabei helfen, müssen aber Wettbewerbsförderung und Investitionsschutz zusammen denken. Ein pauschaler Default-Zugang, starre Fristen oder zu weitgehende Eingriffsbefugnisse können dazu führen, dass Erstausbauer ihr Risiko nicht mehr kalkulieren können. Gerade im Gebäude hängt der Business Case eng mit der vorgelagerten Netzebene zusammen. Wer diese Zusammenhänge regulatorisch ausblendet, riskiert weniger Ausbau statt mehr Ausbau.

Politischer Handlungsbedarf: Der Gebäudeausbau braucht ausgewogene Regeln: zielgenau, endnutzerbezogen, missbrauchsresilient und investitionsschützend. Technische Standards müssen praxistauglich bleiben und funktionierende Kooperationsmodelle erhalten.