KGM-Regulierungskonzept: Klare Leitplanken für die Glasfasermigration

KGM-Regulierungskonzept: Klare Leitplanken für die Glasfasermigration

Die Kupfer-Glas-Migration muss planbar, diskriminierungsfrei und wettbewerbsorientiert ausgestaltet sein. Dies ist die Voraussetzung für den Erfolg einer der grundlegendsten Veränderungen des TK-Marktes in den kommenden Jahren.

Der VATM hat sich in seiner Stellungnahme zum Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zur Kupfer-Glas-Migration klar für eine zügige Migration ausgesprochen. Kernforderung des Verbandes ist ein diskriminierungsfreier, regelgebundener Migrations- und Abschalteprozess, der den Markt in seiner Breite berücksichtigt. Der Abschalteprozess sollte für Kundinnen und Kunden verlässlich planbar sein. Gleichzeitig braucht es Planungs- und Investitionssicherheit für alternative Netzbetreiber sowie für bundesweite Zugangsnachfrager. Anbieter- und Produktvielfalt müssen in der Glasfaserwelt gestärkt werden. Daher muss die Regulierungsbehörde die Telekom in die Pflicht nehmen, mit größtmöglicher Transparenz einen geordneten Prozess zu garantieren. Informationsasymmetrien dürfen dabei ausdrücklich kein Hebel für eine Verfestigung von Marktmacht im Glasfasermarkt sein.

Trotz des Fokus auf die regulierte Abschaltung setzt der VATM auf marktgängige Lösungen und klassischen Open Access, um den Großteil an Kundinnen und Kunden bereits frühzeitig auf der neuen Netzinfrastruktur zu versorgen.

Ein kluger Migrationspfad muss zudem auch verhindern, dass nicht nur das Netz eines einzelnen Unternehmens im Mittelpunkt steht, sondern dass alle ausgebauten Glasfasernetze berücksichtigt werden. In unserer Stellungnahme haben wir für die Übergangsphase auf besondere Risiken durch Lock-in-Effekte und Verzerrungen hingewiesen. Informationsvorsprünge, Wechselkosten und Vorleistungsbedingungen könnten ansonsten darüber entscheiden, ob Wettbewerb auf Glasfaser tatsächlich entsteht. Deshalb braucht es frühzeitig klare Leitplanken, transparente Planung, realistische Fristen und verlässliche Vorleistungsprodukte.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Geschäftskundenmarkt. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass die Kupfer-Glas-Migration nicht schematisch organisiert werden kann. Geschäftskunden stellen teils höhere Anforderungen an Stabilität, Verfügbarkeit, Dienstgüte und Service Levels. Entsprechend müssen ihre spezifischen Anforderungen im Migrationsprozess angemessen berücksichtigt werden.