21 Juli Vodafone testet Mobilfunk-Masten mit KI-Gehirn und Roboter-Arm
Für bessere Netzabdeckung bei schwierigen Wetterverhältnissen
– Gesteuert von KI: Roboter-Arm richtet Mobilfunk-Antennen automatisch aus
– Besseres Netz bei Bedarf: Antennen reagieren flexibel auf Wetterbedingungen und Netzauslastung
– Minuten statt Tage: Automatische Ausrichtung der Antennen in gerade einmal 30 Minuten
– Neue Technik soll für erste Tests auch nach Deutschland kommen
Wie sieht die Zukunft der Mobilfunk-Technik aus? Klar ist: Künstliche Intelligenz wird eine wichtige Rolle spielen, um Netze noch leistungsfähiger zu machen. Vodafone testet nun erstmals einen Mobilfunk-Mast mit KI-Gehirn und Roboter-Arm. Gesteuert durch die KI kann der Roboter-Arm die Funkantennen an Masten innerhalb kürzester Zeit automatisch neu ausrichten. Das Ziel: Auf kurzfristige Ereignisse – etwa schwierige Wetterverhältnisse oder die Auslastung in einer Mobilfunk-Zelle – zu jeder Zeit schnell reagieren zu können, um die Netzabdeckung für die jeweiligen Bedingungen zu optimieren. Dank KI funktioniert das, was auf herkömmlichem Wege sonst Tage dauert, in gerade einmal 30 Minuten.
Mithilfe eines von Vodafone-Ingenieuren entwickelten Algorithmus steuert die KI den Roboter-Arm des südkoreanischen Unternehmens Humax Networks. Dieser ist nahe der Mobilfunk-Antennen angebracht und dreht oder neigt sie. Das System lernt und passt sich zudem kontinuierlich an und trifft Entscheidungen nahezu in Echtzeit ohne menschliches Eingreifen. Dadurch dauert der Ausrichtungsvorgang nur 20 bis 30 Minuten.
Im Alltag klettern Techniker auf einen Mobilfunk-Mast, um die dortigen Antennen händisch zu justieren – ein Vorgang, der von der Planung bis zur Umsetzung oft Tage dauert. Der Einbau einer zusätzlichen Antenne zieht sich sogar noch länger hin: Behördliche Genehmigungen und Vereinbarungen mit Standort-Eigentümern müssen vorliegen, Straßensperrungen für schweres Gerät eingerichtet und geeignete Wetterbedingungen vorherrschen. Das kann Wochen dauern.

Fabrizio Rocchio, Netz- und Technik-Chef bei Vodafone Deutschland (Quelle: Vodafone)
Fabrizio Rocchio, Netz- und Technik-Chef bei Vodafone Deutschland: „Mobilfunk-Netze werden künftig schlauer sein. Das Zusammenspiel aus KI und Roboter-Technik ist ein frühes Beispiel dafür, wie sich die Netzqualität zukünftig weiter optimieren lässt. Für die Menschen bedeutet das noch bessere Verbindungen und ein verlässliches digitales Leben.“
Wie Mobilfunk-Netze zukünftig autonomer werden
Für Vodafone ist der KI-gesteuerte Roboter-Arm ein Ansatz, um eine dynamische und autonome Antennen-Steuerung in die unternehmensweite Plattform zur Automatisierung von Komponenten des Funkzugangsnetzes (Radio Access Network, RAN) zu integrieren. Ähnliche Lösungen werden in den kommenden Monaten folgen. Einige davon bewegen beispielsweise nur kleine Komponenten im Inneren der Antenne. Das spart Energie und schont die Technik. Bereits im vergangenen Jahr hat Vodafone damit begonnen, satellitengestützte Sensoren in Mobilfunk-Antennen einzuführen. Per GPS lässt sich so aus der Ferne prüfen, ob Antennen korrekt ausgerichtet sind.
Noch in Tirana, Tests auch in Deutschland geplant

KI steuert den Roboter-Arm an einer Antenne am Mobilfunk-Standort in Tirana. (Quelle: Vodafone)
Das Zusammenspiel aus KI und Roboter-Arm erprobt Vodafone derzeit an einem Mobilfunk-Standort in Tirana in Albanien mit Blick auf ein belebtes Einkaufszentrum. Tagsüber versorgt die Antenne die Menschen beim Einkaufen. Nachts verlagert sie die Abdeckung automatisch in ein nahegelegenes Wohngebiet. Dort schafft sie zusätzliche Kapazität, wenn die Internet-Nutzung am Abend steigt. Vodafone prüft derzeit, wo sich die Technik in Deutschland versuchsweise einsetzen lässt.