03 Juni Fünf Fragen, fünf Antworten: Christoph Pfänder über Netzdokumentation als Erfolgsfaktor
Die AND Solution ist seit 1988 in der Telekommunikationsbranche aktiv. Mehr als 7000 lizenzierte Anwender haben inzwischen über 80 Millionen Anschlüsse dokumentiert – ein Erfolg, der das Unternehmen zu einem der europäischen Marktführer in seinem Segment gemacht hat. In Deutschland setzen viele der großen Breitbandnetzbetreiber mit mehr als einer Million, bis hin zu 15 Millionen Endkunden, aber auch mittelgroße und kleine Netzbetreiber, Stadtwerke und Planungsbüros auf die Lösungen der Münchner Software-Schmiede.
Herr Pfänder, was leisten die Software-Lösungen von AND Solution?
Die Lösungen von AND decken den gesamten Lebenszyklus von Breitband- und Telekommunikationsnetzen ab – von der Vorplanung über Planung und Dokumentation bis hin zum Betrieb. Und das nicht nur im Glasfaserbereich, sondern über alle physischen Telekommunikationstechnologien, also auch Kupfer, Koax, HFC. Die Software ermöglicht eine digitale, stets aktuelle Abbildung des Netzes und schafft damit die Grundlage für effizientes Planen und Bauen sowie einen sicheren Betrieb. Gleichzeitig unterstützt sie eine gezielte Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur – sei es durch Modernisierung des Netzes oder durch Nachverdichtung. Besonders wichtig natürlich für den längst überfälligen Schritt, weg von Kupfer, hin zu echtem FTTH. Vor allem die NE4 wird oft bei der Planung und Dokumentation in Softwarelösungen nicht mitbetrachtet. Dies ist eine der großen Stärken in AND, dass dies ohne Medienbruch vollumfänglich mitgedacht werden kann.
Was prägt den Glasfaser- und Netzmarkt aus Ihrer Sicht derzeit am stärksten?
Aus unserer Sicht befindet sich der Markt aktuell in einer Phase der Konsolidierung, in der sich Ausbaugeschwindigkeit und Investitionsbereitschaft spürbar neu justieren. Wir gehen daher davon aus, dass Koax- und Glasfasernetze auf absehbare Zeit parallel bestehen bleiben werden. Gleichzeitig rücken Effizienz, Auslastung und der wirtschaftliche Betrieb bestehender Infrastrukturen stärker in den Fokus. Zudem wird es zunehmend darauf ankommen, vorhandenes Potenzial besser auszuschöpfen – insbesondere durch die Umwandlung von Homes Passed in Homes Connected. An dieser Stelle zeigt sich, wie wichtig es ist auch den Netzteil im Gebäude mitzuerfassen.
Welche Entscheidung sollten Netzbetreiber heute früher treffen als noch vor drei Jahren?
Netzbetreiber sollten den gesamten Lifecycle eines Netzes von Anfang an konsequent mitdenken. In der Praxis zeigt sich, dass die Effizienz im Betrieb häufig leidet, wenn eine saubere und vollständige Dokumentation fehlt. Eine frühzeitige, durchgängige Planung und Dokumentation schafft hier die Grundlage für einen wirtschaftlichen und stabilen Netzbetrieb. Das höre ich auch immer häufiger in Diskussionen rund um die Weiterveräußerung neu gebauter Netze, bei denen die Qualität und Vollständigkeit der Dokumentation zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Was unterscheidet den europäischen Marktführer AND Solution von seinen Wettbewerbern ganz besonders?
Mit AND lässt sich nicht nur der gesamte Lifecycle eines Netzes durchgängig abbilden, sondern auch sämtliche Netzebenen – vom Backend über das Headend und Zugangsnetz, bis zur Anschlussdose in der Wohnung. Das Besondere: Die Software unterstützt alle Netztypen und bildet auch hybride Infrastrukturen nahtlos ab. Dabei wird das gesamte Netz simuliert und berechnet.
Wir konzentrieren uns dabei auf unsere Kernkompetenz, das physikalischen Netz. Für alle Lösungen drum herum, wie Workflowmanagement, Monitoring, Ticketing usw. halten wir Schnittstellen vor, die auf Kundenwünsche angepasst werden. Bei großen Netzbetreibern bedienen sich so mitunter mehr als ein Dutzend anderer Softwarelösungen an den Informationen, die in AND dokumentiert sind. Vor allem bei Infrastrukturbetreibern, die auch in anderen Bereichen wie Wärme, Strom oder Gas, aktiv sind, kann die Lösung der AND ohne Weiteres in die Gesamtbetrachtung der verschiedenen Bereiche eingebunden werden.
Was erhoffen Sie sich von Ihrer Mitgliedschaft im VATM?
Wir setzen auf einen offenen und praxisnahen Austausch mit anderen Marktteilnehmern, um gemeinsam neue Impulse zu setzen und den Ausbau digitaler Infrastrukturen in Deutschland deutlich zu beschleunigen bzw. zu unterstützen.
Vor allem bei der Dokumentation für den Betrieb sehen wir jedoch, dass die notwendige Bedeutung im Markt vielfach noch nicht angekommen ist.