VATM-Pressestatement: Entwurf der DIN-Norm zu modernen Verlegemethoden beim Glasfaserausbau ist ein wichtiger Schritt

VATM-Pressestatement: Entwurf der DIN-Norm zu modernen Verlegemethoden beim Glasfaserausbau ist ein wichtiger Schritt

Bund und Länder müssen Position beziehen

Köln, 18.11.2022 – Der Einsatz von alternativen Verlegetechniken ist ein wichtiges Mittel, um den Glasfaserausbau in Deutschland zu beschleunigen. Daher ist er auch Bestandteil der Gigabitstrategie der Bundesregierung. Die Anforderungen und genauen technischen Vorgaben für diese Techniken sollen eine Norm des Deutschen Instituts für Normung (DIN) festlegen. Der Ausschuss Bauwesen des DIN hat heute nach intensiven Beratungen den Entwurf für Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren zur Legung von Leerrohrinfrastrukturen und Glasfaserkabeln für Telekommunikationsnetze (DIN 18220) veröffentlicht. Dazu bezieht der VATM wie folgt Stellung.

 

Dr. Frederic Ufer, 2. VATM-Geschäftsführer:

„Der heute vorgelegte Entwurf der DIN-Norm bedeutet einen wichtigen Schritt für einen schnelleren Glasfaserausbau in Deutschland. Dass dabei stark auf die Erfahrungen unseres Mitglieds und Glasfaser-Pioniers Deutsche Glasfaser gesetzt wird und sein Ausbauverfahren zum Branchenstandard gemacht werden soll, ist aus unserer Sicht eine sehr gute und praxisorientierte Entscheidung.

 

Alternative Verlegemethoden wie Trenching, Fräs- und Pflugverfahren spielen für das Erreichen der Ziele der Bundesregierung eine wichtige Rolle. Sie bieten zahlreiche Vorteile und werden seit langem im Ausland erfolgreich eingesetzt. So geht die Verlegung mit diesen Methoden bis zu fünf Mal schneller als beim herkömmlichen Tiefbau. Es kommt zu deutlich weniger Lärm, Feinstaub, Beeinträchtigungen für Anwohner und Umwelt. Zudem ist der Energieverbrauch niedriger. Durch die niedrigeren Kosten wird in geförderten Gebieten so zudem auch der Steuerzahler entlastet.

 

Darum setzt auch die Bundesregierung in der Gigabitstrategie auf diese minimalinvasiven Methoden. Die Schaffung einer Norm ist auch aus unserer Sicht ein sehr wichtiges Zeichen. Die DIN-Norm schafft für alle Beteiligten Orientierung und Regeln für die Vorbereitung, Anwendung und Dokumentation der modernen Verlegemethoden sowie die Wiederherstellung der Oberflächen. Auch, um damit kommunalen Vertretern und Bauämtern die Skepsis zu nehmen. Wir sind froh, dass der Schritt vollzogen ist und der Entwurf der DIN-Norm 18220 vorliegt. Sie muss die relevante Norm sein. Kritisch ist allerdings das parallel erarbeitete Merkblatt der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), ebenfalls zum Trenching. Es ist deutlich weniger lösungsorientiert ausgerichtet und rückt angebliche Risiken einseitig in den Vordergrund. Dieses einseitige Merkblatt der FGSV darf nicht zu Verunsicherungen bei den Kommunen und ihren Ämtern führen und so den Glasfaserausbau verlangsamen. Hier müssen der Bund und auch die Länder klar Position beziehen – für den Einsatz der DIN-Norm und gegen ein tendenziöses FGSV-Merkblatt.“

Der VATM wird den Entwurf genau prüfen und die Chance zur Kommentierung bis zum 18. Januar 2023 nutzen.