VATM begrüßt Fokus auf Open Access, Aktivierung und fairen Haustürvertrieb
Kiel/Köln, 07. Oktober 2026. Schleswig-Holstein stellt beim Glasfaserausbau die Weichen für die nächste Etappe: Mit dem neuen „Memorandum 2.0“ rücken neben dem weiteren Ausbau vor allem Nachverdichtung, eine stärkere Aktivierung der Anschlüsse, Open Access und die Vorbereitung der Kupfer-Glas-Migration in den Fokus.
Für den VATM hat gestern Präsidiumsmitglied Reinhard Sauer, CEO der Deutschen GigaNetz, das Memorandum unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel ist nicht nur eine flächendeckende Verfügbarkeit mit Glasfaser bis 2030 in Schleswig-Holstein, sondern auch die aktive Nutzung der neuen Netze durch alle Bürgerinnen und Bürger im nördlichen Bundesland.
Ausdrücklich ist auch der „Verhaltenskodex für den Haustürvertrieb im Bereich der Telekommunikationsbranche“ im Memorandum verankert. Der sogenannte Haustürkodex setzt klare Standards für einen fairen und transparenten Haustürvertrieb und geht dabei über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Er wurde vom VATM angestoßen und mit den Unternehmen der Telekommunikationsbranche und der Selbstregulierung Informationswirtschaft e. V. (SRIW) entwickelt.
„Das Memorandum ist ein wichtiges Signal weit über Schleswig-Holstein hinaus“, betont Reinhard Sauer. „Der Glasfaserausbau ist längst nicht beendet, wenn die Leitung vor dem Haus liegt. Wir müssen die Menschen für Glasfaser gewinnen und die Anschlüsse tatsächlich aktivieren. Dafür ist die persönliche Beratung äußerst wichtig. Sie muss fair, transparent und nach klaren Regeln erfolgen. Genau dafür steht der Haustürkodex.“
Klare Regeln zur Legitimation der Vertriebsmitarbeiter, zur Kundeninformation, zu Beschwerdemöglichkeiten und zur Kontrolle der Vertriebsprozesse und eine regelmäßige unabhängige Prüfung der Einhaltung dieser Kriterien zeichnen den Kodex aus.
Darüber hinaus setzt das Memorandum aus Sicht des VATM wichtige Akzente: Es bekennt sich zum Vorrang privatwirtschaftlicher Lösungen, zu diskriminierungsfreiem Wettbewerb und zu Open Access. Bestehende Glasfasernetze sollen stärker ausgelastet und parallele Ausbauvorhaben möglichst vermieden werden, wenn wettbewerbsfähige Zugangsangebote zu angemessenen Bedingungen zur Verfügung stehen.
„Jetzt kommt es darauf an, aus Glasfaserausbau auch Glasfasernutzung zu machen“, so Sauer. „Dafür brauchen wir mehr Nachverdichtung, funktionierenden Open Access und einen geordneten Übergang von Kupfer auf Glasfaser. Schleswig-Holstein setzt mit dem Memorandum die richtigen Schwerpunkte.“