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13.09.2018

Gigabit-Symposium 2018: Richtige Anreize für den Gigabit-Ausbau setzen

  • Große Resonanz auf Verbändesymposium von ANGA, BUGLAS, eco, FTTH Council Europe und VATM in Berlin
  • 17 Verbände unterstützen Kernbotschaften des Gigabit-Symposiums

Berlin. Was sind die zentralen Stellschrauben für den Ausbau leistungsfähiger, digitaler Infrastrukturen? Die führenden Verbände der TK- und Internetbranche, ANGA, BUGLAS, eco, FTTH Council Europe und VATM, hatten am Mittwoch, 12. September 2018, Politik sowie Wirtschafts- und Verbändevertreter zum Gigabit-Symposium 2018 nach Berlin geladen. Die große Zahl von mehr als 270 angemeldeten Gästen in der saarländischen Landesvertretung bewies, wie dringend die Klärung der anstehenden Fragen zum Gigabit-Ausbau ist.

Deutliche Worte fand Ulrich Lange, MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in seiner Keynote zur Frage: „Wie schaffen wir die Infrastruktur für digitale Anwendungen und Lebenswelten im Jahr 2025?“. Richtig und wichtig sei die Umstellung von Vectoring auf Glasfaser. Echte Gigabit-Netze müssten jetzt vorangebracht werden, hob MdB Lange hervor. Die Union fordere dafür drei Mrd. € Fördermittel im Jahr.

Im anschließenden ersten Panel des Gigabit-Symposium moderierte Dr. Andrea Huber, ANGA, eine hochinteressante Runde mit Tim Brauckmüller, Breitbandbüro des Bundes, Rainer Helle, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Iris Plöger, BDI und Dr. Kay Ruge, Deutscher Landkreistag, unter der Überschrift: „Gehen uns die Bagger aus?“. Engpässen bei Planung und Tiefbau müsse wirkungsvoll begegnet werden, lautete eine Botschaft der Diskutanten.

Wie geht es weiter mit den grauen Flecken? Diese Frage stand auch im Mittelpunkt des zweiten Panels: „Welches Geld geht wohin?“ Intensiv diskutieren Erzsébet Fitori, FTTH Council Europe, Dr. Tobias Miethaner, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Dr. Peter Selgert, Primevest Capital Partners, Anthony Whelan, EU-Kommission und Moderator Jürgen Grützner, VATM.  

Lobende Worte fand VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner für die aktuellen politischen Entscheidungen seit dem letzten Regierungswechsel. Man versuche nun zu Recht vom Vectoring-Ausbau auf den Ausbau von Glasfaser zu schwenken.

Die nächste große Herausforderung werde die Transformation der grauen Flecken in echte Gigabit-Netze sein, bestätigte auch Dr. Tobias Miethaner, BMVI. In der zweiten Jahreshälfte werde sich abzeichnen, ob die Förderung der grauen Flecken erfolgreich sei.

Erzsébet Fitori, FTTH Council Europe, hob hervor, dass hoher Wettbewerbsdruck vor allem durch private Investitionen erreicht werde. Dies zeigten Erfahrungen in europäischen Nachbarländern wie Schweden oder Spanien. Dabei sollten staatliche Investitionen gerade in ländlichen Regionen unterstützend wirken und nicht private Investitionen ersetzen.

Als Vertreter der EU-Kommission fand Anthony Whelan klare Worte. Es reiche nicht nur Ziele zu haben, sondern man müsse auch etwas bewegen. Er würde eine komplementäre, gezielte Förderung von Gigabit-Netzen aus Brüssel begrüßen.

Planungssicherheit, also ein stabiles politisches Umfeld, sei absolute Voraussetzung für langfristige Investitionen, betonte Dr. Peter Selgert, Primevest Capital Partners. Als Investor mache man eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über einen Zeitraum von 40 Jahren. Nur in einem stabilen Umfeld könne man Investitionen profitabel darstellen. Es rechne sich erst nach 20 bis 25 Jahren in ein Glasfaser-Projekt investiert zu haben.

Eignen sich Gigabit-Netze als Motor für die digitale Transformation? Diesem zentralen Thema widmete sich das dritte Panel mit Lars Riegel, Arthur D. Little, Béla Waldhauser, Telehouse, Theo Weirich, wilhelm.tel, und Moderator Alexander Rabe, eco.

Dass der Glasfaserausbau zwar teuer sei, aber tausende Arbeitsplätze in der Zukunft schaffe und sichere, hob Lars Riegel, Arthur B. Little, hervor. Deutschland sei ohne Digitalisierung und Glasfaser nicht wettbewerbsfähig, betonte auch Bela Waldhauser, Telehouse.

Breite Unterstützung fanden das Thesenpapier der führenden TK- und Internetverbände anlässlich des Gigabit-Symposiums bei zahlreichen Wirtschaftsverbänden in Deutschland und Europa. Bürger und Unternehmen bräuchten die besten Kommunikationsnetze und die innovativsten Dienste. Die Kernbotschaften des Symposiums werden von insgesamt 17 Verbänden mitgetragen – ein klares Signal an die Politik, die Weichen jetzt richtig zu stellen. Die gemeinsame Botschaft der unterstützenden Verbände lesen Sie HIER.

Lesen Sie auch die gemeinsame Pressemitteilung von ANGA, BUGLAS, eco, FTTH-Council Europe und VATM, die Sie HIER finden.

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Leiterin Kommunikation und Presse
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