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Digitalisierung – 5G – Industrie 4.0 – Künstliche Intelligenz

Was erwartet die Unternehmen und Bürger auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft? Welche Chancen und Möglichkeiten bietet eine digitale Welt mit Künstlicher Intelligenz (KI), Mobilfunkkommunikation in Echtzeit und stark veränderten Arbeitsbedingungen im Zuge von Industrie 4.0? Hier finden Sie Antworten zu den aktuellen Fragen der Telekommunikationsbranche.

Digitalisierung
Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Dank einer hochleistungsfähigen digitalen Infrastruktur, sich ständig fortentwickelnden Technologien und innovativer Geschäftsmodelle verändern sich industrielle Prozesse, Unternehmensstrukturen und ganze Branchen. Digitalisierung ist die Voraussetzung für das bestmögliche Zusammenwirken von Menschen, Maschine und IT-Technologie und ermöglicht Smart Factories, Smart Cities, E-Government und Cloud Computing.

5G
Der neue Mobilfunkstandard 5G macht das mobile Internet schneller und zuverlässiger – und ermöglicht gänzlich neue Anwendungen, von Smart Cars über Smart Energy bis zur gesamten vernetzten Welt der Dinge. Eine Latenzzeit von nur einer Millisekunde erlaubt Echtzeitübertragungen auch über größere Entfernungen. Der Mensch benötigt für die Verbindung vom Auge zum Kopf etwa die zehnfache Zeit. Bis zu 10 Gigabit pro Sekunde kann der neue Mobilfunkstandard übertragen. Auch in Hotspots kommt so beim einzelnen Kunden in der Praxis ein Vielfaches vom heutigen Standard an. Außerdem legt er auch bei der Latenz – Gamer sprechen vom Ping – ziemlich zu. Denn die vielen Datenpakete landen praktisch in Echtzeit an ihrem Bestimmungsort. Der Ping liegt dann unter einer Millisekunde bis zur Basisstation. Noch nie zuvor konnten derart viele Daten so schnell übertragen werden. Beides zusammen wird in Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten.

Neue Chancen eröffnet 5G auch bei der Telemedizin. Obwohl sich Arzt und Patient an unterschiedlichen Orten befinden, sind sie dank 5G in „Echtzeit“ miteinander verbunden – und zwar sowohl am Unfallort als auch bei einer geplanten Operation in einem entfernten Land. Spezielle Handschuhe können die Bewegungen des Chirurgen synchron übertragen, sodass notwendige Operationen auch über Landesgrenzen hinweg durchgeführt werden können. Notärzte können von der Zentrale aus in Windeseile erste Hilfe leisten, ohne jeweils zu unterschiedlichen Orten ausrücken zu müssen.

Ohne 5G wird auch eine Energiewende nicht zu realisieren sein. Smart Grid koordiniert den Stromfluss zwischen Stromerzeugern und -verbrauchern. Ein weiterer Vorteil von 5G: Millionen Sensoren funken Milliarden Daten und bilden so die Grundlage für völlig neue Nutzungen im Rahmen der digitalen Welt der Zukunft.

Intensiv geforscht und getestet wird autonomes Fahren im Zeitalter von 5G von VATM-Mitglied Vodafone in einem eigenen automobilen Testzentrum in der Nähe von Aachen. Im „5G Mobility Lab” wird dort heute schon die Zukunft ausprobiert. Auch wenn schon viele Anwendungen mit 4G möglich sind, wird in wenigen Jahren 5G zum Standard werden.

In Berlin testet Telefónica Deutschland, ebenfalls Mitglied im VATM, in Zusammenarbeit mit Nokia das erste Outdoor-Testnetz für 5G. Auf der Autobahn A9 prüft man den neuen Mobilfunkstandard für den Einsatz in autonomen Fahrzeugen.

Bis zum Jahr 2025 wird der Markt für KI mehr als 100 Milliarden US-Dollar wert sein (Constellation Research, amerikan. Marktforschungsunternehmen). Auch VATM-Mitglied Huawei rechnet mit einem explosiven Wachstum der 5G-Netze: Bis 2025 könnten weltweit über 100 Milliarden Endgeräte über 5G-Netze verbunden und ständig online sein.

Industrie 4.0
Die digitale Evolution hält in der deutschen Industrie Einzug. Im Zuge dieser Entwicklung verändert sich die Wertschöpfungskette der Unternehmen stark. Die Produktion muss in Zukunft neuen Herausforderungen gewachsen sein: Intelligent, wandelbar, effizient und nachhaltig – das sind die Anforderungen, die Forschungsinstitute wie die Fraunhofer Gesellschaft an moderne Industriebetriebe stellen. Produktentwicklung, Produktion, Logistik und der Kundenkontakt müssen dabei und in Echtzeit intelligent miteinander vernetzt werden.

Deutsche Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren bis zu 40 Milliarden Euro jährlich in neue, zukunftsweisende Innovationen, wie z. B. in die Echtzeit-Kommunikation zwischen Maschinen, investieren.

Künstliche Intelligenz
Das Anliegen der KI-Forschung ist es, Computer mit Fähigkeiten auszustatten, die man eigentlich nur intelligenten Wesen zutraut. Man unterscheidet zwischen „schwacher KI“, der es um die Lösung spezieller Probleme geht, und „starker KI“, deren Ziel es ist, allgemeines intelligentes Verhalten auf menschlichem Niveau zu erreichen. Viele Lebensbereiche werden in Zukunft automatisiert sein.

Die Arbeitswelt wird sich dadurch ohne Zweifel verändern, neue, zukunftssichere Arbeitsbereiche entstehen. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens McKinsey hat Künstliche Intelligenz größeres Potenzial für das Wirtschaftswachstum als alle technologischen Entwicklungen zuvor. Bis 2030 dürfte der Einsatz von Künstlicher Intelligenz das weltweite Bruttoinlandsprodukt viermal so stark steigern, wie es die Dampfmaschine in den ersten Jahren nach ihrer Erfindung vermochte: um 1,2 Prozentpunkte pro Jahr. In Deutschland könnte die Technologie sogar ein jährliches Wachstum um 1,3 Prozentpunkte bewirken. Insgesamt erwarten die Marktanalysten in den kommenden zwölf Jahren von Anwendungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz einen zusätzlichen globalen Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 13 Billionen US-Dollar.

Am bekanntesten ist der künftige Einsatz von KI in der Automobilindustrie. Die Zahl der Unternehmen, die Projekte für autonomes Fahren mit Hilfe von KI starten, wächst beständig. Google und Tesla haben die Branche mit ihren Projekten und Tests wachgerüttelt. Autonome Mobilitätskonzepte werden in einigen Jahren unsere Idee der Fortbewegung grundlegend verändern.

Auch in der Medizin werden große Verbesserungen durch KI erwartet: Diagnosesysteme mit künstlicher Intelligenz helfen Ärzten, die Anzeichen von schweren Krebs- und Herzerkrankungen besser zu erkennen. Die Einsatzmöglichkeiten von KI sind gewaltig. Fast jeder Bereich unseres Lebens lässt sich damit noch besser gestalten. „In der Nutzung von KI-Lösungen liegt die Zukunft der Wirtschaft – und dem Einsatz von Plattformen, auf denen die Daten ausgetauscht werden. Datenökonomie + Plattformökonomie = Zukunft.“ (Martina Koederitz, Global Industry Managing Director des Industrie- und Automobilsektor bei IBM).