2. Auskunft- und Mehrwertdienste-Workshop des VATM in Bonn
Zum zweiten Mal richtete der VATM einen Workshop aus, der speziell auf die Belange der Anbieter von Mehrwert- und Auskunftsdiensten ausgerichtet war. Gastgeber der Veranstaltung am 26. Februar 2009 in Bonn war die NEXT ID GmbH in Bonn, einer der führenden Mehrwertdienstespezialisten und Netzbetreiber.
In den repräsentativen Räumen des Unternehmens begrüßte Renatus Zilles, NEXT-ID-Geschäftsführer und Präsidiumsmitglied des VATM, die mehr als 35 Teilnehmer des ganztätigen Workshops. Unter den Gästen war auch Karsten Schierloh, „Herr der Nummern“ und Referatsleiter bei der Bundesnetzagentur (BNetzA). Zilles beleuchtete in seinem Vortrag die Wettbewerbsstrategien im deutschen Mehrwertdienstemarkt und gab damit auch einen perspektivischen Blick auf die anstehenden Herausforderungen für die Branche.
Das diese nicht nur rosig sind, verdeutlichte anschließend Dr. Ivo Fusek (Acoreus AG) in seinem Beitrag. Der Experte für Billing und Inkasso Fragen referierte zu den Herausforderungen der NGN/IP-Technologie im Hinblick auf die Abrechnung von Mehrwertdiensten – ein Thema, das den im Markt vertretenen Unternehmen seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Dr. Fusek fasste die Problemlage zusammen und erläuterte erste Lösungsansätze, die die Branche in nächster Zeit wird umsetzen müssen.
NGN und All-IP standen ebenfalls im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Marc Schütze (Juconomy Rechtsanwälte), der darauf zeigte, welches Risiko auf die Anbieter von Call-by-Call und Preselection-Services mit der neuen Netzstruktur zukommt. So verdeutlichte er, dass die bei den neuen All-IP-Anschlüssen der Deutschen Telekom AG ausgeschlossenen Dienstmerkmale der Betreiberauswahl letztlich zu enormen Preisaufschläge (z.B. bei Auslandsverbindungen) gegenüber den Verbrauchern führen. Somit richteten sich zahlreiche Appelle an den Vertreter der Regulierungsbehörde, der an diesem Tag den Marktteilnehmern die Perspektive der Bundesnetzagentur erläuterte. Karsten Schierloh berichtete ausführlich von den aktuellen Konsultationen der Regulierungsbehörde und gab Auskunft über die anstehenden Schritte der BNetzA im Bereich der Rufnummerngassen, u.a. die Entwicklungen im Bereich der MABEZ-Nummern und des Nummernplans 2009.
Ein weiteres und durchaus komplexes Thema beleuchtete Dr. Markus Escher (GSK Stockmann & Kollegen), Rechtsanwalt mit Spezialisierung im Bereich Banking und Finance und Experte bei Fragen zur Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Aufgrund einer Änderung durch das Jahressteuergesetz 2009 war das Factoring, der käufliche Erwerb von Geldforderungen, kurzfristig zur Finanzdienstleistung und damit für erlaubnis- und aufsichtspflichtig erklärt worden (§ 32 Abs. 1 KWG). Was dies für die Mitgliedsunternehmen des VATM konkret bedeutet, erläuterte Dr. Escher in anschaulicher Weise.
Die Vorträge zu dieser Veranstaltung finden Sie im geschlossenen Mitgliederbereich des VATM unter „myVATM“ hinterlegt.

