Events: Berichte und Fotos

14.12.2012

TV-Workshop: "Maßgeschneidertes" und neue Geschäftsmodelle

Der Fernseher ist nach wie vor das meistgenutzte Gerät im Haus. Doch statt - wie in der Vergangenheit vorhergesagt - vom Internet abgelöst zu werden, verschmelzen die Medien immer mehr. Das Internet wandert in die Flat-Screens in den Wohnzimmern und fernsehen kann man immer häufiger via Tablets und PCs, die mit dem Internet verbunden sind. Im hybriden Zeitalter haben sich die Anforderungen und Erwartungen der Konsumenten ans Fernsehen wesentlich verändert. Statt "Angebote von der Stange" erwartet der Nutzer heute "Maßgeschneidertes", das flexibel, mobil und jederzeit verfügbar abrufbar ist.

Die künftigen Nutzungsmöglichkeiten, ihre rechtlichen Rahmenbedingungen, die technischen Entwicklungschancen und die sich daraus ergebenden Geschäftsmodelle (u.a. lineares Fernsehen, IPTV, Hybrid TV, Video-on-Demand) standen im Mittelpunkt eines Workshops, zu dem der VATM für den 14.12.2012 in die Räume der bekannten Sozietät CMS Hasche Sigle in den Kölner Kranhäusern eingeladen hatte.
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Gestartet werden konnte die Veranstaltung mit der Bekanntgabe einer kleinen Sensation: Nach langen Verhandlungen mit der GEMA ist es dem VATM gelungen, die Rechte über die Weitersendung von Fernsehprogrammen zu sichern. VATM-Mitgliedern stehen zukünftig erhebliche Rabatte bei der Nutzung von Fernsehrechten zu. Für viele Unternehmen hat dies unmittelbar deutliche Kosteneinsparungen zur Folge oder derartige Kosteneinsparungen können zukünftig im Hinblick auf die sich wandelnden Geschäftsmodelle sichergestellt werden. Der Verband wird dieses Thema in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Fernsehanstalten sowie mit Dienste- und Technikanbietern konsequent vorantreiben und den Nutzen für die Mitglieder erhöhen. Anfang 2013 wird der Verband mit weiteren Workshops, die die rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten im Fokus haben, das Thema fortführen und weiterentwickeln.

Die Gäste des Workshops konnten zunächst einen umfangreichen Überblick über die Entwicklung des Fernsehmarktes gewinnen, den Nicolas Bell von der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Partner erläuterte. Die von ihm vorgestellten Marktdaten verdeutlichten das Potential, das der TV-Bereich für Telekommunikationsanbieter bietet. Einen Blick von außen auf die TK-Branche warf Andre Prahl, bei der Mediengruppe RTL verantwortlich für die Programmverbreitung. Er erläuterte das Spannungsfeld zwischen der gewünschten Vergrößerung der Sendereichweite und der Zukunftssicherung des Kerngeschäfts eines werbefinanzierten Rundfunksenders. Auch hier wird der VATM in Zukunft die notwendige Diskussion zu Geschäftsmodellen und neuen Erlöskonzepten moderieren und mitgestalten.

Weitere Referenten stellten die neuesten Entwicklungen im Hinblick auf smartTV und hybridesTV (hbbTV) vor und erläuterten, welche Einsatzmöglichkeiten diese neue Technologien für Telekommunikationsnetzbetreiber bieten. Mit Live-Demos der Unternehmen Live Reply und Nacamar zu aktuellen Set-Top-Boxen und entsprechenden Nutzer-Plattformen konnten sich die Teilnehmer  anschaulich von den neuen Möglichkeiten einer hybriden Fernsehwelt überzeugen.

Wesentlich für ein umfassendes Multimedia-Angebot ist heutzutage auch eine Video-on-Demand (VoD) Bibliothek, über die eine Vielzahl von Filmen nach Belieben auf dem heimischen Fernseher oder PC verfügbar sind. Hans Henseleit vom Anbieter Videociety stellte sein White Label Produkt vor, mit dem TK-Anbieter ohne Vorlauf und Entwicklungsaufwand ihren Kunden ein entsprechendes VoD-Angebot unterbreiten und diese auf tausende Filme verschiedenster Studios und Genres zugreifen können. Die Bezahlung erfolgt dann bequem über die Rechnung des auf Videociety zurückgreifenden Netzbetreibers.

Den Aufwand im Hinblick auf den technischen und organisatorischen Aufwand minimieren möchte auch Eutelsat. Eutelsat-Geschäftsführerin Martina Rutenbeck stellte daher die digitale Full Service TV Plattform mit Namen "Kabelkiosk" vor, die Netzbetreibern ein komplettes Portfolio an verschlüsselten nationalen sowie internationalen Free- und Pay-TV-Sendern in SD- als auch HD-Qualität bietet. Noch einen Schritt weiter geht Wolfgang Jäger (BIG Medienversorgung), der insbesondere Wohnungsgesellschaften, Stadtwerken und Energieversorgern sogar die Erschließung mit Glasfaser anbietet und darüber hinaus die Fernsehversorgung über eine zentrale Satelliten-Kopfstation organisiert.

Kontakt

Corinna Keim 
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
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