Unternehmensnachrichten

08.04.2016

EWE: „Bundesnetzagentur entscheidet gegen die Bürger“

• EWE kritisiert Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur
• Bundesnetzagentur stellt sich auf die Seite der Telekom
• Das eindeutig bessere EWE-Angebot wurde von der Bundesnetzagentur nicht berücksichtigt
• EWE wird klagen
• Wettbewerbsfeindliche Entscheidung schadet dem Breitbandausbau in Deutschland massiv

 
Oldenburg, 08. April 2016. Der Telekommunikations- und Energieanbieter EWE kritisiert die Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Vectoring im Nahbereich scharf. Gleichzeitig kündigt der Vorstandsvorsitzende der EWE AG, Matthias Brückmann, an, dass das Oldenburger Unternehmen gegen die Entscheidung gerichtlich klagen wird. Die Bundesnetzagentur hatte gestern einem Antrag der Telekom Deutschland zum Vectoring-Ausbau im Nahbereich weitgehend stattgegeben und qualitativ und quantitativ bessere Angebote alternativer Anbieter komplett ignoriert.

„Vom EWE-Angebot für einen Ausbau des Nahbereichs hätten viel mehr Bürgerinnen und Bürger profitiert“, erläutert Matthias Brückmann, „es ist ein Skandal, dass jetzt eine schlechtere Versorgung den Zuschlag erhalten hat. Das macht deutlich, dass die Bundesnetzagentur nicht in ihrem eigentlichen Auftrag handelt. Wir gehen davon aus, dass die EU-Kommission unsere Sichtweise teilt und interveniert. Sollten die aktuelle Entscheidung nicht angepasst werden, wird EWE den Rechtsweg bestreiten.“
 
Die derzeitige Entscheidung der Bundesnetzagentur bevorzugt einseitig die Telekom Deutschland und setzt alternativen Anbietern sehr hohe Hürden, wenn diese selbst im Nahbereich tätig werden wollen. So kann ein Anschlussbereich der Telekom Deutschland zugeschlagen werden, obwohl die Telekom dort keinen einzigen Kabelverzweiger ausgebaut hat, ein Wettbewerber aber sehr wohl. Damit werden getätigte Investitionen entwertet und die notwendigen Mittel für das vom Bundeswirtschaftsministerium ausgerufene Gigabitnetz vernichtet.
 
EWE hatte im Vorfeld der Entscheidung angeboten, mehr als 90 Prozent aller Haushalte in den Nahbereichen des EWE-Vertriebsgebietes mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu erschließen. Damit beinhaltet das EWE-Angebot eine um über 15 Prozent höhere Flächendeckung als das Angebot der Telekom. Von diesen Ausbaumaßnahmen, die bis Ende des Jahres 2018 abgeschlossen worden wären, hätten gegenüber dem Angebot des ehemaligen Monopolisten über 150.000 weitere Bürgerinnen und Bürger im EWE-Vertriebsgebiet profitiert. Das Ausbauangebot der Telekom für dieselben Nahbereiche beinhaltet laut Einschätzung von EWE lediglich 74 Prozent Abdeckung der Haushalte.
 
„Der Remonopolisierungskurs der Deutschen Telekom wird von der Bundesnetzagentur aktiv unterstützt. Dieses Vorgehen verdrängt den Wettbewerb, wirft Deutschland im Breitbandausbau massiv zurück und schadet damit allen, ganz besonders aber den Menschen in wenig dicht besiedelten Gebieten. Für EWE ist diese Entscheidung ein Schlag ins Gesicht. Wir haben uns stets als wesentliche Stütze des Breitbandausbaus gesehen und entsprechend viel und flächendeckend investiert. Dies wischt die Bundesnetzagentur nun mit einem Streich vom Tisch“, resümiert Matthias Brückmann. Die unabhängige Behörde mache sich damit zur Marionette einer Klientelpolitik, mit der die Bundesregierung ihre Minderheitsbeteiligung Telekom protegiere.  
 
Insgesamt hat EWE bis heute über 6.000 Kabelverzweiger an das Breitbandnetz angeschlossen. Potenziell können so schon heute über eine Million Haushalte im EWE Einzugsgebiet schnelleres Internet erhalten. Dazu kommt ein Potenzial von insgesamt rund 80.000 direkten Glasfaserhausanschlüssen.
 
 
Gerd Lottmann
Leiter Unternehmenskommunikation

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