Unternehmensnachrichten

22.05.2014

Schnelles Internet: Neue Ideen braucht das Land

  • EWE TEL schlägt Bundesnetzagentur neue pragmatische Lösungswege vor
  • „Wer einen Technikschrank sieht, sollte auch an diesem angeschlossen sein“

Oldenburg, 22. Mai 2014. Der Bedarf nach schnellem Internet ist sowohl bei Unternehmen als auch bei Bürgern in ganz Deutschland – egal, ob in Ballungszentren oder ländlichen Regionen – hoch und steigt weiter an. Im Nordwesten Niedersachsens investiert insbesondere die EWE TEL GmbH (Oldenburg) massiv in den Breitbandausbau. Und das norddeutsche Unternehmen hat jetzt weitere pragmatische Ideen, wie man die Hochgeschwindigkeits-Internetversorgung verbessern kann. Weil in den Städten schon viel passiert, zielen die Lösungsansätze vor allem auf ländliche Regionen.

„Der Breitbandausbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Wirtschaft und Politik. Dazu braucht es funktionsfähigen Wettbewerb, Vielfalt und vor allem auch Kreativität“, betont EWE TEL-Geschäftsführer Norbert Westfal. Sein Unternehmen hat vor wenigen Tagen einen Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht, der die Versorgung mit schnellem Internet auf dem Land zum Ziel hat. Durch vier wirkungsvolle Verbesserungen des Zugangs zu den so genannten Kabelverzweigern (KVz) der Telekom könnten die Bandbreiten bei heute unterversorgten Kunden auf wirtschaftlich sinnvolle Weise erhöht werden. So beinhaltet der Antrag bspw. die Forderung, dass  die Telekom einen zusätzlichen KVz auf dem Verzweigerkabel einrichtet, wenn über den bisherigen KVz weniger als 30 Mbit/s realisierbar sind. Bislang liegt die regulierte Grenze hier bei 1 Mbit/s. „Unser Ziel ist es, dass die Menschen in der Stadt und auf dem Land eine zukunftsfähige Internetversorgung erhalten–  1Mbit/s ist einfach keine zeitgemäße Breitbanddefinition“, sagt Westfal.

EWE TEL geht in seinem Antrag auch auf ein sehr praktisches Beispiel ein: Das TK-Unternehmen hat in den vergangenen Jahren weit mehr als 3.000 Technikschränke im Nordwesten aufgebaut und mit Glasfaserkabeln angeschlossen – bis Ende 2014 werden es rund 4.000 sein. So können Haushalte Internetgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s bzw. bis zu 100 Mbit/s mit Vectoring nutzen. Allerdings ist weiterhin auch die Länge und Qualität der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die sich im Besitz der Telekom befindet, wesentlicher Faktor für die Internetgeschwindigkeit. Und eben diese Leitungsführung der TAL ist an vielen Stellen nicht mehr angemessen – meist historisch bedingt, weil das Netz der Telekom vor Jahrzehnten zur Telefonieübertragung und noch nicht für den großen Breitbandbedarf gebaut wurde. So gibt es heute Haushalte, die auf einen neuen, breitbandfähigen EWE TEL-Technikschrank schauen, aber deren Anschluss zu einem viel weiter entfernten Telekom-Schrank führt. Statt der möglichen 50 Mbit/s erhält der Kunde daher häufig nur Bandbreiten im Kilobit-Bereich. „Das können Sie keinem Kunden plausibel erklären, dass er jetzt nicht in den Genuss des schnellen Internets kommt“, erklärt Westfal. Seine Forderung: „Wir wollen, dass die Telekom im Interesse des Kunden eine Umverlegung ihrer Leitungen von einem Kabelverzweiger auf einen anderen, näher gelegenen Kabelverzweiger vornimmt. Die Telekom hat die Vorschläge abgelehnt, obwohl sie nicht mit Kosten belastet werden würde. „Den Breitbandausbau schafft nicht einer allein, das schaffen wir nur zusammen. Und deshalb muss man stets über neue Wege nachdenken und sie dann auch beschreiten“, fordert Westfal.

Die Bundesnetzagentur wird im nächsten Schritt am 6. Juni 2014 in einer mündlichen Anhörung über den Antrag beraten.

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