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10.11.2009

Fördermittel-Topf für Breitbandnetze wächst nächstes Jahr weiter an

VATM unterstützt Kommunen und Stadtwerke bei Kooperationen mit TK-Anbietern und Fördermittelbeantragung

Der Ausbau von schnellem Internet kommt voran, doch noch immer klaffen einige Lücken in der Breitbandkarte Deutschlands. Dabei werden öffentliche Fördergelder für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur, die Bund und Länder jedes Jahr in Höhe von 16,7 Millionen Euro in dem Topf „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschützes“  (GAK) bereitstellen, zum allergrößten Teil nicht abgerufen. „Wir sehen hier eindeutigen Handlungs- und Beratungsbedarf. Es ist häufig viel zu kompliziert, aufwändig und an nicht nachvollziehbare Bedingungen geknüpft, Fördermittel zu beantragen“, so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Das bestätigte sich auch kürzlich auf einer Veranstaltung des Verbandes mit Vertretern von Ministerien, Breitband-Anbietern, Kommunen und Stadtwerken.

Nach Angaben aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) stehen in diesem Jahr insgesamt fast 33 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Deutschland über GAK zur Verfügung. Im kommenden Jahr werden zu den in diesem Jahr nicht abgerufenen Fördermitteln weitere 16,7 Millionen Euro hinzukommen. Die Laufzeit der Förderung wurde inzwischen bis Ende 2013 verlängert und die Vergaberichtlinien ab 2009 modifiziert: So beträgt der Eigenanteil der Gemeinden an den Projektkosten inzwischen nur noch 10 Prozent statt wie zuvor 40 Prozent. Auch die Höhe des möglichen Förderbetrages wurde von 200.000 auf 500.000 Euro je Vorhaben aufgestockt.

„Neben den GAK-Mitteln gibt es noch Fördermittel für den Ausbau des schnellen Internets über das Zukunftsinvestitionsgesetz (Konjunkturpaket II), die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA/GRW) sowie verschiedene Programme der Bundesländer, den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER)“, erläutert Dr. Tim Langmaack, Rechtsanwalt und Fördermittel-Spezialist der Kanzlei avocado rechtsanwälte, mit der der VATM bei der Breitbandförderung zusammenarbeitet. Angesichts der angekündigten neuen bürokratischen Hürden für die Förderrichtlinien von der EU-Kommission aus Brüssel ist der VATM jedoch skeptisch, dass die Steuermillionen künftig besser abfließen und vor allem effizienter eingesetzt werden.

Ein Beispiel für neue Kooperations- und Finanzierungswege beim Breitbandausbau beleuchtete Andreas Griehl, Geschäftsführer von Telemark, als regionaler Netzbetreiber im Märkischen Kreis. Er plädierte für Open Access als Netzmodell der Zukunft. So sei der Kapitalbedarf durch die Nutzung der möglichen Synergien für ein kommunales Unternehmen deutlich geringer. Zudem seien Versorgungsunternehmen und Städte im Unterschied zu den Telekom-Firmen in langfristigen Finanzierungsmodellen für Netze „geübt“. Angesichts der Umsatzrückgänge durch fallende Preise im Energiemarkt sieht Griehl das Angebot von Open Access für die Kommunen und Versorgungsunternehmen als gute Chance für eine verbesserte Wertschöpfung.

„Das Thema Breitband wird uns in den nächsten fünf bis zehn Jahre zunehmend beschäftigen“, prophezeite Grützner. Dass der Breitbandausbau in Deutschland nur schleppend voran komme, liege unter anderem daran, dass die Deutsche Telekom das Thema gezielt strategisch angehe und vor allem dort ausbaue, wo die Wettbewerber oder die Kommunen selber den Ausbau in Angriff nehmen wollen. Zudem sei es häufig „volkswirtschaftlicher Unsinn“, wenn jetzt jede Gemeinde anfange, allein für Breitband sämtliche Straßenzüge aufzureißen. Wirtschaftlich sei die Verlegung von Glasfaser meist dann, wenn sie bei passenden Tiefbaumaßnahmen in der Region systematisch mitverlegt werde.

Der Beratungsbedarf der Kommunen bei der Erschließung der weißen Flecken ist nach wie vor unverändert hoch. In Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Experten bietet der Verband daher den betroffenen Kommunen und Unternehmen eine umfassende Beratung an. Sie reicht von der effizienten Planung und Durchführung bei Analyse, Markterkundung und Auswahl von alternativen Breitbandanbindungen bis zur Fördermittelbeschaffung und der korrekten Abwicklung des Antragsverfahrens. „Als Verband unterstützen wir die wirtschaftlichen Interessen der Anbieter von innovativen Breitbandtechnologien nachhaltig und stehen als Kommunikationspartner mit klarer ordnungspolitischer Ausrichtung zur Verfügung“, so VATM-Geschäftsführer Grützner.

Informationen zum neuen Beratungsangebot „Fördermittelcheck“ sind bei der Geschäftsstelle des VATM, Telefon: 0221/376 77 19, E-Mail: vatm(at)vatm.de, erhältlich.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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