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15.07.2009

Wettbewerber schließen weiße Flecken schneller und effizienter als die Deutsche Telekom

Bereits 1.800 Gemeinden und unversorgte Ortsteile angeschlossen

Mit deutlichen Worten reagiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner auf die heute von der Deutschen Telekom AG (DTAG) veröffentlichten Aufforderung an die Wettbewerber, ihr Engagement bei der Schließung der weißen Flecken zu verstärken. „Es bedarf keiner solchen Aufforderung der Telekom an die Wettbewerber, da diese bereits bis heute mehr als 1.800 unversorgte Gemeinden und Ortsteile meist per Funk schnell und effizient ins Netz gebracht haben und auch weiterhin auf dem Lande äußerst engagiert sind. Mit dieser Aufforderung und der Behauptung, nahezu allein die Investitionen beim Breitbandausbau auf dem Land zu tragen, verfolgt die DTAG strategische Ziele, die sie politisch durchzusetzen versucht“, so Grützner. Völlig widersprüchlich zu ihrer Äußerung ist, dass die Telekom den Ausbau durch alternative Anbieter an mehreren Punkten be- oder gar verhindert. So hatte auch Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth vor kurzem öffentlich kritisiert, dass die Telekom das Engagement und den Anschluss durch andere Anbieter vielerorts erschwere. „Mit ihrer Art von Verweigerungshaltung – wie vor der letzten Bundestagswahl –  versucht die Telekom offensichtlich, Druck auf die Politik auszuüben“, sagt der VATM-Geschäftsführer.

So könnte die Ausbaugeschwindigkeit bei der Breitbandversorgung deutlich beschleunigt werden, wenn von Seiten der Telekom Transparenz bezüglich ihrer Ausbaupläne geschaffen würde. „Durch den ständigen Wechsel von Ausbauversprechungen und Ausbauverweigerungen herrscht nach wie vor enorme Verunsicherung – sowohl bei den Bürgermeistern als auch bei den ausbauwilligen Unternehmen. Aktuellen Berichten zu Folge verweigert die Telekom nicht nur die Zusammenarbeit mit Kommunen, sondern sogar die Herausgabe der so wichtigen Informationen über mögliche Anschaltpunkte für alternative Anbieter“, so Grützner.

Zudem hat die DTAG kürzlich Klage gegen die Verpflichtung durch die Bundesnetzagentur eingereicht, den Wettbewerbern so genannte Schaltverteiler – einen neuen Zugangspunkt zum Hauptkabel zwischen Hauptverteiler und Kabelverzweiger – auf dem Lande zur Verfügung zu stellen. „Sie verweigert derzeit die Vertragsabschlüsse mit den Wettbewerbern zu diesen Zugangspunkten und verhindert so den vor allem von Bürgermeistern häufig bevorzugten Aufbau von Festnetzanschlüssen“, unterstreicht der VATM-Geschäftsführer.

Zudem berichten Wettbewerbsunternehmen unter anderem immer wieder, dass die Telekom genau dann einen Ort ans Breitbandnetz anschließt, wenn ein Wettbewerber kurz vor der Unterschrift zum Ausbau steht oder diesen gar bereits vorgenommen hat, obwohl sie den Ausbau zuvor abgelehnt hatte. Grützner kritisiert weiter: „Auch bei den für den weiteren Ausbau des schnellen Netzes so wichtigen Verhandlungen über den Abbau der Hauptverteiler und den Zugang zu den Kabelverzweigern des VDSL-Netzes für die Wettbewerber herrscht seit Monaten Stillstand. Von Seiten der Telekom bewegt sich nichts.“
 
Äußerst zufrieden ist der VATM-Geschäftsführer hingegen mit den Anschlusszahlen der alternativen Anbieter: „Ob DSL, Funk, Satellit, TV-Kabel oder Powerline, die Wettbewerber  – darunter viele kleine und mittelständische Unternehmen – engagieren sich jetzt und in Zukunft stark bei der Schließung der weißen Flecken auf dem Land.“ Zu den bis heute 1.800 angeschlossenen Gemeinden und Ortsteilen, die zuvor unversorgt waren, werden laut einer aktuell laufenden Abfrage bei den Unternehmen mehrere hundert bis Ende des Jahres dazukommen. „Außerdem“, so der VATM-Geschäftsführer, „kommen die Anbieter von leistungsfähigen, effizienten und kostengünstigen Alternativtechnologien zumeist ohne teure Zuschüsse oder Subventionen aus, während die Gemeinden den Ausbau mit DSL per Kabel durch die Telekom oft teuer bezahlen müssen.“
 
„Die sehr wichtige Aufgabe der flächendeckenden Breitbandversorgung sollte nicht für  politische Strategiespiele missbraucht werden. Den Forderungen der Telekom nach künstlich hohen Zugangspreisen und der Freistellung von Regulierung darf nicht gefolgt werden. Sie würden nicht dem Markt und den Bürgern, sondern nur den strategischen Interessen eines Unternehmens dienen“, betont Grützner.

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