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06.05.2009

Telekom droht Kunden mit zwangsweiser Vertragsbeendigung

VATM: DTAG treibt Verbraucher in langfristige Bündelverträge

Als bedenkliche Umgehung der Verbraucherschutzvorschriften bezeichnet VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner das neueste Vorgehen der Deutschen Telekom AG beim ISDN Komfort Anschluss. In einem Schreiben an viele Verbraucher mit einem solchen Anschluss, kündigt die DTAG an, bereits in einigen Wochen diese Anschlussart aus ihrem Portfolio zu nehmen und den entsprechenden Vertrag zu beenden. Das betreffe darüber hinaus zugebuchte DSL-Anschlüsse, Internetzugänge sowie alle weiteren zugebuchten Produkte und damit auch die Verträge mit Wettbewerbern. Zugleich bietet die Telekom an, auf ihr Komplettpaket Call&Surf Comfort umzusteigen.

Außerdem werden die Kunden aufgefordert, eine kostenlose Servicenummer anzurufen, um Fragen zu klären und in einem einen Bündelvertrag für Telefonie und Internet zu bestellen. „Damit umgeht die DTAG lächelnd die neuen Verbraucherschutzregeln. Sie selbst darf danach keine unverlangten Werbeanrufe mehr tätigen. Nun spielt sie mit der Verunsicherung des Kunden, die sie selbst herbeigeführt hat", kritisiert Grützner:„Wir werden das Bundesministerium für Verbraucherschutz sowie den Bundesverband für Verbraucherschutz  – VZBV – informieren, da hier in grober Weise Verbraucherschutzregeln ausgehebelt werden."

Das Ziel des Ex-Monopolisten, den Kunden in hochpreisigeren Verträgen mit längeren Laufzeiten zu binden, sei offensichtlich, ebenso wie der Versuch, das Zubuchen günstiger Wettbewerberangebote im Bereich DSL und Internet bis hin zu Preselection und Call-by-Call auszuhebeln.  „Die Telekom versucht, mit ihren Bündelangeboten den Markt weiter dicht zu machen", so der VATM-Geschäftsführer. Die DTAG nutze dabei ihre marktbeherrschende Stellung im Festnetz aus, um Wettbewerb zu verdrängen, und im Bereich DSL ihren Marktanteil weiter auszubauen. Dieser ist bereits von 49 Prozent (2007) auf 51 (2008)  und nunmehr nach eigenen Angaben 53 Prozent gestiegen – Tendenz weiter zunehmend.

„Statt stärkerem Wettbewerb mit jährlich deutlich wachsenden Wettbewerberanteilen sehen wir seit weit über einem Jahr deutlich sinkende Marktanteile, die mit einer immer schwächeren Regulierung einhergehen", betont Grützner. Zudem steige der Anteil der Zwei-Jahres-Verträge bei der DTAG unaufhörlich, was den freien Vertragswechsel verhindern soll. „Hier droht eine schleichende Remonopolisierung, die zu Arbeitsplatzverlusten bei den Wettbewerbern und schlechteren Angebotsbedingungen für die Verbraucher führen wird", warnt Grützner: „Hinzu kommt, dass die Telekom mit ihrer Ankündigung den Verbraucher ganz offen zum Vertragsbruch verleitet, wenn dieser sich zum Beispiel mit seinem DSL-Anschluss mitten in der Vertragslaufzeit mit einem alternativen Anbieter befindet."

„Wir fordern nachdrücklich, dass dem Verbraucher auch in Zukunft ISDN-Anschlüsse ohne Zwangsbündelung angeboten werden müssen, damit der Kunde weiterhin frei entscheiden kann, ob er zum Beispiel den DSL-Anschluss bei einem anderen Anbieter nutzen möchte", betont der VATM-Geschäftsführer: „Alles andere wäre aus unserer Sicht eine massive Beschränkung der Verbraucherrechte." Der VATM empfiehlt den Betroffenen, der Telekom die rote Karte zu zeigen und die Marketingaktion des Ex-Monopolisten zum Anlass zu nehmen, ganz auf den Telekomanschluss zu verzichten und sichere Alternativen bei anderen Anbietern zu wählen.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de