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07.02.2006

Deutsche Telekom AG versucht höhere Preise beim Regulierer durchzusetzen

VATM: Nachteile für Infrastrukturwettbewerb befürchtet

Die Zusammenschaltung im lokalen Bereich ist der „Angriffspunkt“ für die Deutsche Telekom AG (DTAG), um insgesamt höhere Preise (Interconnection-Entgelte) beim Regulierer durchzusetzen. Andere Zusammenschaltungen (single/double transit) spielen aufgrund des in Deutschland weit fortgeschrittenen Infrastrukturausbaus der Wettbewerber kaum noch eine Rolle. Tarifsenkungen sind hier reine Makulatur.

„Betroffen von den Preiserhöhungen sind gezielt vor allem die Unternehmen, die ihre Netze so weit wie möglich ausgebaut und massiv in Infrastruktur investiert haben. Als Begründung für Preiserhöhungen auf einen wachsenden Ausbau im ländlichen Bereich abzustellen, ist geradezu abenteuerlich, da die hier beantragten reinen Interconnection-Minutenpreise derartige Kostenblöcke gar nicht beinhalten. Bei ‘erheblich gestiegener Nachfrage’ müssten zudem die Preise nach der Logik des letztjährigen Telekom-Antrages deutlich sinken, anstatt zu steigen“, kritisiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM).

Die günstigeren Preise für weniger infrastrukturbasierte Carrier und höheren Preise für investierende Unternehmen sind rein strategisch begründbar. In den Fernnetzen herrscht deutlich stärkerer Wettbewerb als im lokalen IC-Bereich, in dem gerade aufgrund des Netzausbaus heute die meisten Carrier auf die DTAG angewiesen sind.

"Auch wirtschafts- und wettbewerbspolitisch wäre es ein fatales Signal, wenn es dem Ex-Monopolisten mit einer geradezu willkürlichen Argumentation gelänge, Unternehmen zu benachteiligen, die bisher konsequent auf Infrastrukturausbau gesetzt haben. Auch ein  internationaler Vergleich auf Basis der Methodik der Bundesnetzagentur rechtfertigt keine Preissteigerungen, sondern eine deutliche Absenkung der IC-Preise. Steigende IC-Preise blieben auch für die Endkunden nicht ohne Folgen, da sie ein wesentliches Vorprodukt für die Unternehmen darstellen, das sie teuerer bei der Telekom einkaufen müssten“, warnt Jürgen Grützner.

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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