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08.03.2006

Neues Vorleistungstarifmodell der Deutschen Telekom AG benachteiligt Breitbandkunden auf dem Land

VATM: Prinzip der „Tarifeinheit im Raum“ ist gefährdet

Das neue Net Rental-Vorleistungstarifmodell der Deutschen Telekom AG (DTAG) spitzt die ohnehin schon angespannte Situation im Breitbandmarkt weiter zu. Gezielt verschafft die DTAG ihrem Tochterunternehmen T-Online über Mengenrabatte massive Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Anbietern und Wettbewerbern, die in eigene Infrastruktur investiert haben.

„Die Mengenrabatte sind sachlich nicht gerechtfertigt. Vielmehr dienen sie allein strategischen Unternehmenszielen der DTAG im Verdrängungswettbewerb“, analysiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM e.V. (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), das neue Net Rental-Angebot.

Problematisch ist insbesondere, dass die größten Mengenvorteile, und damit auch die größten Preisvorteile gerade dort gegeben sein werden, wo besonders viele Kunden an breitbandige Infrastruktur angeschlossen sind – d. h. es wird Billigangebote in den Ballungszentren, nicht aber außerhalb, geschweige denn im ländlichen Bereich geben.

„Die Benachteiligung schwächer besiedelter Gebiete nimmt damit eine im Telekommunikationsmarkt noch nicht vorgekommene Dimension an“, kritisiert Jürgen Grützner. „Bislang ging es im wesentlichen darum, gegen den "digital divide" zwischen ländlichen Gebieten und Ballungsräumen anzugehen. Durch den Net Rental-Resaletarif der DTAG sollen nun auch die Preisunterschiede für Breitbandanschlüsse noch weiter auseinander driften.“

„Wir sind sicher, dass die Bundesnetzagentur alle Resale-Tarife der DTAG einer kritischen Überprüfung unterziehen wird, da mit dem vorliegenden Angebot das bis heute gültige Prinzip der Tarifeinheit im Raum in Frage gestellt würde“, so Jürgen Grützner. „Aufgrund massiver Beschwerden seitens der Wettbewerber hat die Bundesnetzagentur hinsichtlich des herkömmlichen DTAG-Resale-Angebots bereits mit Vorermittlungen begonnen, um dem Vorwurf nicht kostendeckender Resale-Konditionen auf den Grund zu gehen. Erforderlich ist, dass die Bundesnetzagentur hier so rasch wie möglich die Vorermittlungen abschließt und das Beschlusskammerverfahren eröffnet, um sicher zu stellen, dass die verschiedenen Vorleistungsentgelte im Breitbandmarkt insgesamt in diskriminierungsfreier Weise aufeinander abgestimmt sind.“

Aus diesem Grund fordern die Wettbewerber eine bundeseinheitliche Absenkung der Resale-Vorleistungsentgelte – und zwar ohne Mengenstaffelung, die insbesondere die DTAG-Tochter T-Online bevorzugt.

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Leiterin Kommunikation und Presse
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