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04.09.2006

VATM: Telekom soll Breitbandversorgung in der Fläche fördern statt behindern

Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht Breitbandatlas 2006

„Wir begrüßen die Neuauflage des Breitbandatlas ausdrücklich. Der Atlas schafft Transparenz hinsichtlich der räumlichen Verfügbarkeit breitbandiger Anwendungen in Deutschland und der verschiedenen Zugangstechnologien, die von den Wettbewerbern angeboten werden“, freut sich VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner über die am vergangenen Freitag veröffentlichte Ausgabe 2006 des Kompendiums. „Der Breitbandatlas 2006 zeigt dabei wieder ganz deutlich, dass der Breitbandmarkt in Deutschland in Wirklichkeit ein DSL-Markt ist. 97 Prozent aller Kunden nutzen derzeit diese Zugangstechnologie.“

Die sehr gute DSL-Versorgungslage in den dichter besiedelten Gebieten ist nach Ansicht des VATM-Geschäftsführers vor allem dem Wettbewerb zuzuschreiben: „Die von den in Konkurrenz zum ehemaligen Staatsunternehmen stehenden Unternehmen entwickelte ADSL2+-Technologie wird vom Breitbandatlas als wichtiger Innovationstreiber eingeschätzt. Die damit möglichen Bandbreiten von 16 MBit pro Sekunde und mehr tragen der Nachfrage nach steigenden Übertragungsraten und –volumina Rechnung.“

Indirekt erteile der Breitbandatlas allen Forderungen, die Regulierung auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt zurückzufahren, eine klare Absage, so Grützner weiter. Das Bundeswirtschaftsministerium als Auftraggeber der Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass die Deutsche Telekom nach wie vor eine stark marktbeherrschende Stellung im Breitbandmarkt habe. Sowohl Anbieter mit eigener Infrastruktur wie auch Reseller hätten zwar deutliche Kundenzuwächse erzielen können, mit weit über 60 Prozent Marktanteil nehme der Ex-Monopolist jedoch nach wie vor mit Abstand die führende Position ein.

Besorgt zeigt sich Grützner hinsichtlich der Breitbandversorgung in vielen ländlichen Gebieten: „In über 11 Prozent aller Gemeinden gibt es immer noch überhaupt kein DSL, in weiteren knapp 17 Prozent der Gemeinden bezeichnet der Breitbandatlas die Versorgungssituation als schlecht. Mehr als die Hälfte der Fläche ist immer noch nicht an DSL angebunden. Das ist für diese Gebiete ein enormer Standortnachteil mit entsprechenden Auswirkungen auf wirtschaftliche Prosperität und Dynamik.“

Für eine Breitbandanbindung ländlicher Gebiete böten sich insbesondere DSL über Funk oder Satellit an, ist Grützner überzeugt. Damit ließe sich die Versorgungslage auch kurzfristig und auf wirtschaftliche Weise deutlich verbessern. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es der Deutschen Telekom nicht gelinge, auch bei diesen Zugangstechnologien den Wettbewerb zu torpedieren. Der Ex-Monopolist erschließe viele Gebiete erst dann mit DSL, wenn Wettbewerber  bereits eigene Infrastruktur-Investitionen in alternative Zugangstechnologien vorgenommen hätten, und unterbiete deren Angebote dann mit örtlich nicht kostendeckenden bundesweiten DSL-Preisen.

„Da ist es doch kein Wunder, dass jungen innovativen Unternehmen die Luft ausgeht und sinnvolle Investitionen in neue Technologien zu einem unkalkulierbaren Risiko werden“, kritisiert Grützner das Gebahren der Deutschen Telekom. „Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, zeigen uns regelmäßig Beschwerden von Gemeinden, die uns die negativen Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Attraktivität ihrer Gewerbeflächen schildern. Und die Versuche der Telekom, bei der anstehenden Versteigerung der WiMAX-Lizenzen Frequenzen zu erwerben, geht in die gleiche Richtung. Die Absicht, die dahintersteckt, ist nicht eine Erhöhung der Breitbandversorgung, sondern ganz klar das Aushebeln von Wettbewerbern.“

Weiter Informationen im Internet unter www.breitbandatlas.de.

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