Pressemitteilungen

13.05.1998

Meßfahrt im Hessischen Spessart

Außenantenne bringt in topografisch schwierigem Gelände größere Verbindungssicherheit und -stabilität

Der erste Test der Mobilfunk-Netzqualität im Jahre 1998, traditionell durchgeführt von Mitgliedern des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), fand im Hessischen Spessart statt, einem Gebiet, das aufgrund seiner Topographie erhebliche Ansprüche an die Funknetzplanung stellt. Aufgabenstellung der Messungen, die diesmal von Mitarbeitern der Mobilfunk-Anbieter D-Pus, Talkline und E-plus Service durchgeführt wurden, war neben einer generellen Qualitätsbeurteilung der digitalen Mobilfunknetze D1, D2 und E-Plus eine vergleichende Gegenüberstellung der Verbindungsqualität und -stabilität beim Handy-Betrieb mit und ohne Außenantenne. Dazu wurde ein Teil der Teststrecke im Ab- stand von wenigen Stunden zweimal abgefahren, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

Die erste Abschnitt der Testroute verlief, beginnend in Großwelzheim (Seligenstadt) in östlicher Richtung überwiegend auf Landstraßen über Alzenau, Michelbach, Mömbris, Schöllkrippen, Wiesen, Villbach, Jossa nach Bad Brückenau. Von dort aus folgte das Meßteam der B27 südlich Richtung Hammelburg bis Höllrich, fuhr von dort aus in westlicher Richtung zur B 26 bis Lohr. Auf der B 276 fuhr man in nördlicher Richtung bis Flörsbach, und von dort aus erneut nach Villbach. Auf diesem Streckenteil wurde eine Außenantenne eingesetzt.

Von Villbach aus wurde dieselbe zuvor getestete Route Richtung Bad Brückenau und Hammelburg bis Lohr erneut abgefahren. Diesmal jedoch telefonierten die drei Tester ohne angeschlossene Außenantenne. Auch die restliche, im Gegensatz zum bisherigen Verlauf sehr gut versorgte Strecke, die von Lohr aus über Rothenbuch zur Auffahrt Weibersbrunn der A3 führte und weiter auf dieser Autobahn zurück zum Ausgangspunkt Großwelzheim, wurde mit den Handys ohne angeschlossene Außenantenne telefoniert.

Die topografischen Gegebenheiten im Hessischen Spessart fanden in Form von Gesprächs- und Netzabbrüchen, die bei früheren Meßfahrten in dieser Häufigkeit nicht auftraten, erwartungsgemäß ihren Niederschlag. Darüber hinaus waren allerdings auch deutliche Unterschiede zwischen den Netzen hinsichtlich der Versorgung der abgefahrenen Strecke zu vermerken. Denn lediglich während einer Fahrzeit von 19 Minuten war in allen drei Netzen gleichzeitig keine Versorgung vorhanden, was geographischen Einflüssen zuzurechnen ist. Die Gesamtzeit unterbrochener Verbindungen belief sich jedoch bei D1 auf insgesamt 70 Minuten, bei D2 auf 43 und bei E-Plus auf 88 Minuten. Das bedeutet, daß D2 in puncto Netzversorgung auf der Prüfstrecke deutlich besser abschnitt als seine Konkurrenten.

Für die Bewertung der Netzqualität, die ausschließlich auf Streckenteilen stattfindet, auf denen in allen drei Netzen gleichzeitig Verbindungen herzustellen sind, konnten von der Meßzeit insgesamt nur 70 Minuten genutzt werden. Dabei erreichten die Verbindungen in guter Sprachqualität (Qualitätsstufe 1) bei D1 einen Anteil von 66 Prozent und bei D2 sowie E-Plus jeweils 94 Prozent. Hier erwies sich D1 wiederum als unterlegen.

Neben dem Kriterium Sprachqualität generell war es Ziel der Januar-Meßfahrt, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und in welchem Umfang der Anschluß einer Außenantenne Empfang und Verbindungsqualität beeinflußt. Dazu wurde ein Teil der Meßstrecke nacheinander einmal mit und einmal ohne angeschlossene Außenantenne abgefahren.

Das Ergebnis: Während auf der aus topografischen Gründen problematischen Strecke in allen drei Netzen beim Betrieb mit Außenantenne die Verbindungszeit im Verhältnis zur Gesamtmeßzeit deutlich anstieg, ergab sich hinsichtlich der Sprachqualität keine signifikante Veränderung (Tabelle 1).

Auf dem letzten Teil der Teststrecke, der gut versorgten A3, zurück zum Ausgangspunkt Großwelzheim war der Handy-Betrieb auch ohne angeschlossene Außenantenne sowohl mit hoher Verbindungssicherheit als auch weitestgehend in guter Sprachqualität möglich (Tab.2).

Betrachtet man die Nutzung von Außenantennen bei Telefonaten mit einem Handy vom Auto aus ausschließlich unter technischen Gesichtspunkten, so ist damit in gut versorgten Gegenden kaum ein Vorteil zu erzielen. Anders jedoch in bergigem und weniger gut ausgeleuchtetem Gelände. Denn mithilfe einer Außenantenne ist, wie die Meßfahrt gezeigt hat, in vielen Fällen ein Verbindungsaufbau auch dann noch möglich, wenn das Handy allein erfolglos bleibt. Und auch diesen Aspekt sollte man nicht außer Acht lassen: denn durch den Betrieb einer Außenantenne wird die HF-Belastung der Autoinsassen erheblich gemindert. 

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