Pressemitteilungen

09.06.1998

VATM gibt dem Telekom-Antrag auf 47,26 Mark Anschlußentgelt keine Chance auf Genehmigung

Als "Sommertheater der Deutschen Telekom AG" versteht der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) den am 6. Juni bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vorgelegten neuen Antrag der Deutschen Telekom AG auf Genehmigung eines Entgeltes von monatlich 47,26 Mark für den Zugang zu den Teilnehmeranschlußleitungen.

Dieser Vorstoß ist für den VATM insofern nicht ernsthaft nachzuvollziehen, als schon die ursprüngliche Telekom-Forderung für die Überlassung der entbündelten Leitung zum Kunden in Höhe von 28,80 Mark vom Regulierer als überhöht zurückgewiesen und die Deutsche Telekom aufgefordert worden war, in einem neuen Antrag unter dem vorläufig festgelegten und bis zum 17. August diesen Jahres gültigen Betrag in Höhe von 20,65 Mark zu bleiben.

Gerd Eickers, Geschäftsführer des VATM, in dem 34 Wettbewerber des Ex-Monopolisten organisiert sind, betrachtet das Vorgehen der Deutschen Telekom AG darum auch als eine "eklatante Mißachtung der Regulierungsbehörde". "Hier," so Eickers, "hat die Deutsche Telekom den Bogen eindeutig überspannt, indem sie Aufforderungen des Regulierers ignoriert und jetzt sogar von ihren Wettbewerbern für Rohstoffe Entgelte fordert, die mehr als doppelt so hoch sind wie die den eigenen Kunden berechneten Preise für das Endprodukt."

Für den VATM ist der Antrag der Deutschen Telekom daher auch weniger als ernsthafte Problemlösung zu werten, sondern vielmehr als neuerlicher Versuch, Verunsicherung im Markt zu schaffen. Denn hier gehe es vor allem um die Anschlüsse im Ortsnetzbereich, ein Gebiet also, in dem der Wettbewerb noch gar nicht begonnen und nach wie vor de facto das Monopol der Deutschen Telekom Bestand habe. 

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