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15.10.1998

Diensteanbieter appellieren an Bonn - TK-Marktöffnung nicht zurückdrehen

Dreyer: "Telekommunikation schafft Arbeitsplätze und sichert den Aufschwung ab"

"Der liberalisierte Telekommunikationsmarkt in der Bundesrepublik ist eines der wenigen Schwungräder des wirtschaftlichen Aufschwungs, er darf auch und gerade unter einer neuen Bundesregierung nicht an Schubkraft verlieren". Dies  betonte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Dr. Joachim Dreyer, in Stuttgart. Dreyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der debitel Kommunikationstechnik GmbH & Co. KG, wies darauf hin, daß nach der Marktöffnung im deutschen TK-Sektor wie in keinem anderen Land in Europa investiert und neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien. Es wäre geradezu verhängnisvoll, wenn nun versucht würde, den aufblühenden Wettbewerb durch ein neues Denken in der Regulierungspolitik zu beeinträchtigen.

Dreyer äußerte sich überzeugt davon, daß die Liberalisierung des
Telekommunikationsmarktes in weiten Teilen Europas "im Grunde unumkehrbar" ist. Dies gelte auch für die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, die eines der besten, weil wettbewerbsfreundlichsten europäischen Telekommunikationsgesetze hat. Dies und die erfolgreiche Arbeit der Bonner Regulierungsbehörde haben innerhalb weniger Jahre aus einem ehemals ziemlich statischen Monopolbereich der Kommunikationswirtschaft eine innovative Wachstumsbranche und boomende "Job-Fabrik" gemacht. In den letzten zwei Jahren seien hier über 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden, 25.000 davon unmittelbar bei den im VATM organisierten Mitgliedsfirmen. Hinzu kommt, daß aufgrund dieser Entwicklung in der Zuliefererindustrie in großem Umfang Arbeitsplätze gesichert werden konnten, die aufgrund der weitgehend abgeschlossenen Digitalisierung des Telefonnetzes der DTAG gefährdet gewesen wären.

Allein die 1989 entstaatlichte Mobiltelefonie weise heute ein Marktvolumen von rund 14 Mrd. DM auf und sichere 30.000 Arbeitsplätze. Angesichts einer Handy-Dichte (Penetrationsrate) in Deutschland von gerade mal 13 Prozent lasse sich leicht ermessen, welches Wachstumspotential hier vorhanden sei.

"Es gibt wenige Zweige der deutschen Wirtschaft, die so geeignet sind, den in diesem Jahr in Gang gekommenen Aufschwung langfristig abzusichern", betonte Dreyer. "Allerdings brauchen der Markt und seine Investoren Planungssicherheit". Die politische Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde und eine klare Trennung der Eigentümerinteressen seien die Voraussetzung für weitere ausländische Investitionen, blühenden Wettbewerb und neue Arbeitsplätze.

Auf keinen Fall dürften Gedankenspiele die Oberhand gewinnen, die auf eine neue Art von Investitionslenkung auf dem TK-Markt hinausliefen. Befürchtungen dieser Art nährten sich aus Meldungen über eine mögliche Drei-Klassen-Gesellschaft von Netzbetreibern, in der kleine Anbieter, die noch nicht über eine weitreichende Infrastruktur verfügten, plötzlich mehr für die gleichen Interconnection-Leistungen zu bezahlen hätten als die großen Wettbewerber. Das TKG sei keine Schutzvorschrift für ehemalige Monopolisten, sondern das genaue Gegenteil. Es garantiere Telefongesellschaften ohne eigenes Netz den "besonderen Netzzugang" zu wettbewerbsfähigen Preisen. Hier bestehe noch regulatorischer Handlungsbedarf. "Ein bißchen Wettbewerb kann es ebensowenig geben wie ein bißchen Schwangerschaft", betonte Dreyer.

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