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13.11.1998

SPD-Pläne sind Gift für den deutschen Telekommunikations-Markt

Als "katastrophal" bezeichnete Dr. Hans-Peter Kohlhammer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), die Pläne des neuen Wirtschaftsministers Werner Müller, die Deutsche Telekom AG (DTAG) künftig vor Wettbewerb schützen zu wollen. Dabei habe der Minister die Argumente der Wettbewerbsunternehmen nicht einmal angehört, sondern seine Meinung einseitig allein aufgrund eines Gespräches mit Telekom-Chef Ron Sommer gebildet.

Denn völlig zu Unrecht versuche die DTAG, den Eindruck zu vermitteln, als könne sie auch für die größeren deutschen Telekommunikations-Unternehmen und ihre angeblich gemeinsamen Interessen sprechen.

Kohlhammer befürchtet, daß aufgrund der beabsichtigten Änderungen zugunsten der DTAG nicht nur die im nächsten Jahr vorgesehene Schaffung von 50 000 neuen Arbeitsplätzen gefährdet sei, sondern sogar der Zusammenbruch bisher profitabler junger, innovativer Unternehmen nicht ausgeschlossen werden könne.

"Wer sich als Wirtschaftsminister in dieser Situation öffentlich als Anwalt der Telekom-Aktionäre und ­Mitarbeiter bezeichnet, der tritt die berechtigten Interessen von 10 000en von Mitarbeitern und Aktionären anderer großer und kleiner mittelständischer Unternehmen mit Füßen. Die Mitarbeiter in unseren Mitgliedsunternehmen sind entsetzt und zutiefst besorgt über eine derartige Mißachtung als Arbeitnehmer zweiter Klasse, denen nicht die öffentliche Sorge des Ministers gilt," sagte der VATM-Präsident.

Schon jetzt zeichne sich ab, daß höhere Preise für die Teilnehmeranschlußleitung genehmigt werden könnten. Die zudem in der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post diskutierte Benachteiligung von bestimmten Netzbetreibern würde den deutschen TK-Markt grundlegend verändern. Bei den Wettbewerbern würden enorme Kosten verursacht, ohne daß die Kunden irgendeinen Vorteil davon hätten ­ im Gegenteil, höhere Preise wären die Folge.

Angriffe Ron Sommers, wonach die Wettbewerber lediglich in "Zählmaschinen" investiert hätten, dürften nach Meinung von Kohlhammer nicht länger in der Öffentlichkeit verfangen. Sie seien, einfach lächerlich, wenn man wisse, daß allein von den Mitgliedern des VATM in modernste Glasfasernetze mit intelligenter Vermittlungstechnik in einer Größenordnung von 20 Milliarden Mark investiert worden sei.

Der Wettbewerb, so Kohlhammer weiter, funktioniere eindeutig zum Nutzen der Verbraucher. Die jüngsten Ankündigungen der DTAG, ihre Telefonpreise endlich an das Wettbewerbsniveau heranzuführen, bestätige den seit langem erhobenen Vorwurf, daß die DTAG von ihren Kunden noch heute um gut 100 Prozent überhöhte Preise verlange und die von der RegTP festgesetzten Interconnection-Preise mehr als kostendeckend für die DTAG seien.

"Mit unserem Marktmodell sind wir Wegbereiter in Europa, mit den meisten Investitionen und der größten Zahl an neuen Arbeitsplätzen. Wer das Rad zurückdreht", warnte der Präsident des VATM, "setzt den wichtigsten Wachstumsmarkt in unserem Lande aufs Spiel."

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Corinna Keim
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