Pressemitteilungen

08.12.1998

Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt ist das wirksamste "Bündnis für Arbeit"

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) nimmt die Neuauflage des "Bündnis für Arbeit" zum Anlaß, die Bundesminister für Wirtschaft, Werner Müller, und Arbeit, Walter Riester, erneut eindringlich darauf hinzuweisen, daß nur eine konsequente Entwicklung des Wettbewerbs im TK-Markt Garant für weiter deutlich steigende Beschäftigtenzahlen in diesem Zukunftsmarkt sein kann. Die von der neuen Bundesregierung eingeschlagene Linie bei der Regulierung des Telekommunikationsmarktes mit ständig wachsender politischer Einflußnahme zugunsten des marktbeherrschenden Unternehmens berge indes unabsehbare Gefahren für Zehntausende von bestehenden und neu zu schaffenden Arbeitsplätzen.

Der Verband verweist darauf, daß die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes bereits im ersten Jahr seit Inkrafttreten zu mehreren Hundert Unternehmensgründungen geführt hat und neben den Telefongesellschaften auch viele hochinnovative Betriebe im Umfeld der Telekommunikation gegründet worden sind. Besonders zu unterstreichen sei dabei, daß ein Großteil der dafür erforderlichen Finanzmittel von ausländischen Investoren komme, deren Zurückhaltung am Standort Deutschland von Politik und Wirtschaft immer wieder vehement beklagt werde.

Die im VATM zusammengeschlossenen 40 Telekommunikationsgesellschaften - alle bedeutenden Wettbewerber des ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom AG – haben inzwischen deutlich sichtbar den Beweis angetreten, daß die Telekommunikationsbranche bei der Schaffung und der Erhaltung von sicheren Arbeitsplätzen eine Schlüsselrolle spielt. In diesem zu Ende gehenden Jahr 1998 beschäftigen sie über 25.000 Mitarbeiter direkt in ihren Unternehmen. Darüber hinaus entstand bisher aufgrund der Investitionstätigkeit der VATM-Mitglieder, die eine Größenordnung von über 20 Milliarden Mark erreicht hat, mindestens noch einmal die gleiche Anzahl neuer Arbeitsplätze. Viele Mitarbeiter bei den VATM-Mitgliedsunternehmen sind außerdem ehemalige Telekom-Beschäftigte, die im Zuge des dort planmäßig - aus Rationalisierungsgründen wie beispielsweise der Digitalisierung - stattfindenden Stellenabbaus freigestellt wurden und bei den Wettbewerbern eine neue berufliche Perspektive gefunden haben.

"Für die kommenden Jahre besteht die einmalige Chance, in der Telekommunikationsbranche und in ihrem Umfeld weitere Zehntausende zukunftssicherer Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen", sagte VATM-Präsident Dr. Hans-Peter Kohlhammer. "Entscheidungen, die jetzt im Interesse des Ex-Monopolisten und zur vermeintlichen Sicherung seiner Arbeitsplätze getroffen werden, bremsen dagegen die bisher positive Entwicklung des gesamten Marktes, führen zu höheren Preisen und blockieren bisher geplante erhebliche Investitionen aus dem In- und Ausland."

Der VATM sieht sich in dieser Auffassung auch bestätigt durch eine Studie zur Beschäftigungsentwicklung in der Telekommunikationsbranche, die Ende letzten Jahres im Auftrag der Deutschen Postgewerkschaft erstellt wurde. Sie kommt zu dem Ergebnis, daß nur der schnelle Umbau des Telekommunikationsmarktes eine möglichst große Zahl von Arbeitsplätzen sichern könne. Wer die Gefahren eines schnellen Umbaus beschreie, rette dadurch kurzfristig vielleicht einige bestehende Arbeitsplätze, bremse aber Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes. Er vernichte zukunftssichere Arbeitsplätze noch bevor sie überhaupt entstehen könnten.

Der VATM appelliert darum an die Minister Müller und Riester, auch und vor allem in der Informations- und Telekommunikationstechnologie die Idee vom "Bündnis für Arbeit" selbst nicht aus den Augen zu verlieren, sondern durch Entscheidungen, die dem Telekommunikationsmarkt eine Chance geben, ihn konsequent in seiner positiven Entwicklung zu unterstützen.

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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