Pressemitteilungen

19.01.1999

Neue Telekom-Verträge völlig inakzeptabel

Die Deutsche Telekom AG (DTAG) hat die Interconnection-Verträge mit den Wettbewerbern zum 31.12.99 gekündigt und ein neues Vertragsangebot vorgelegt.

"Das Angebot widerspricht in eklatanter Weise nicht nur den erst kürzlich von der Regulierungs-behörde aufgestellten Grundsätzen zur Zusammenschaltung von Telekommunikationsnetzen, sondern auch dem europäischen Gemeinschaftsrecht," erklärte der Präsident des VATM, Dr. Hans-Peter Kohlhammer.

Obwohl gerade erst die Regulierungsbehörde mit der Vorstellung des zukünftigen Interconnection-Regimes und der Klärung des Netzbetreiberbegriffs Ruhe in den deutschen Telekommunikationsmarkt bringen wollte, versuche die Telekom, hiervon offensichtlich völlig unbeeindruckt, die Interconnection-Preise nach dem Ursprung des zu vermittelnden Telefonverkehrs zu berechnen und nicht, wie ausdrücklich per Gesetz vorgeschrieben, in Abhängigkeit von ihren eigenen nachgewiesenen Kosten. Zu letzterem hatte die Regulierungsbehörde aber die DTAG bereits Mitte Dezember aufgefordert.

Auch durch eine Vielzahl weiterer massiver Verschlechterungen im neuen Vertragsangebot versuche sich die DTAG praktisch gegenüber allen Wettbewerbern deutliche Vorteile zu verschaffen. Viele Netzbetreiber, auch diejenigen, die im letzten Jahr bereits massiv Infrastruktur aufgebaut haben, würden deutlich benachteiligt werden.

Daher seien die Äußerungen des Vizepräsidenten der Regulierungsbehörde, Arne Börnsen, zu begrüßen, der sofort nach Kenntnis des Telekom-Vertragsangebotes sein Unverständnis zum Vorgehen der Telekom öffentlich zum Ausdruck gebracht habe. Der Versuch der DTAG, Regelungen am Markt durchzusetzen, die gegen deutsches und europäisches Recht verstießen, müsse von allen Marktteilnehmern auf das schärfste zurückgewiesen werden.

Besonders wettbewerbswidrig sei, so der Präsident des VATM, daß die Telekom versuche, nun gerade junge Unternehmen auf massivste Weise zur Vertragsunterzeichnung zu drängen, indem ihnen ansonsten schlichtweg keine Zusammenschaltungspunkte mit dem Netz der Telekom eingerichtet würden. Dabei hatte der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, gerade erst darauf hingewiesen, daß selbstverständlich bis Ende diesen Jahres die alten von der Regulierungsbehörde genehmigten Interconnection-Regelungen Gültigkeit hätten. "Es ist schon unglaublich, wie die Telekom versucht, ihre marktbeherrschende Machtposition gegenüber den Wettbewerbern auszuspielen, und wir sind froh, daß der Regulierer hier bisher unmißverständlich reagiert hat", unterstrich der Präsident des VATM.

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