Pressemitteilungen

21.01.1999

Neuer DTAG-Antrag zur Teilnehmeranschlußleitung

VATM sieht bei der Telekom keine grundsätzliche Abkehr von ihrer Blockade-Haltung

Mit ihrem Antrag von nunmehr monatlich 37,30 Mark beharrt die Deutsche Telekom AG (DTAG) nach Ansicht des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) weiterhin auf einer völlig überzogenen Entgelt-Forderung für die Überlassung der entbündelten Leitung zum Kunden (Teilnehmeranschlußleitung - TAL) an ihre Mitbewerber. Dabei wisse die DTAG genau, so der Verband, daß auch dieser Betrag bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in keinem Falle durchzusetzen sein werde, da er sich lediglich in einem einzigen Punkt, nämlich eine "ausnahmsweise" verlängerte Abschreibungsdauer, von ihren bisherigen Anträgen unterscheide. Eine nachvollziehbare und an der heutigen Kostensituation orientierte Kalkulation fehle nach wie vor. Demgegenüber hatten ihre Wettbewerber am 4. November letzten Jahres in der Anhörung zum Preis der TAL vor der Regulierungsbehörde überzeugend nachweisen können, daß nach ihren Berechnungen für das Basisprodukt Kupferdoppelader deutlich unter 20 Mark realistisch sind. Dies müßte umso mehr für die Telekom gelten, deren Leitungen größtenteils bereits vor Jahrzehnten verlegt wurden und mit der monatlichen Grundgebühr von Millionen Telekom-Kunden längst bezahlt sind. Auch mit den geforderten Einmalentgelten von 364,63 Mark für das reine Umschalten bis zu 581,52 bei Neuschaltung liegt die Telekom weit über den Kosten, die von den Wettbewerbern für diese Leistung ermittelt wurden.

Schließlich beweisen die deitlich gestiegenen Gewinne der DTAG und ein Wertzuwachs an der Börse von rund 30 Milliarden Mark ALLEINE IM LETZTEN Jahr, daß die angeblich extrem hohen Kosten der DTAG in keinster Weise der Realität entsprechen können.

"Es ist ein Skandal, daß es der DTAG, teilweise sogar durch aktive Unterstützung des Wirtschaftsministers, bis heute, mehr als ein Jahr nach dem Start der Liberalisierung, gelungen ist, Wettbewerb in den Ortsnetzen weitestgehend zu verhindern", kommentiert Dr. Hans-Peter Kohlhammer, Präsident des VATM, die für die Wettbewerber unerträgliche Situation. "Wir appellieren dringend an die Regulierungsbehörde, die ihr vom Gesetzgeber verliehene Unabhängigkeit wahrzunehmen. Bereits mehrfach wurden alle Berechnungen der DTAG geprüft. Da der neue Antrag so gut wie keine sachlichen Änderungen aufweist, läßt sich ein höherer als von der RegTP bisher ermittelter Preis nicht rechtfertigen und wäre eindeutig als Zeichen politischer Einflußnahme zu werten."

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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