Pressemitteilungen

08.02.1999

Druck der Politik zeigt Wirkung

Anschlußmiete für Telekom-Mitbewerber auf 25,40 Mark heraufgesetzt

Als "herbe Niederlage für den gerade erst aufkeimenden Wettbewerb im Ortsnetz" bezeichnete Dr. Hans-Peter Kohlhammer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), die heutige Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) über die Höhe der Entgelte für die Teilnehmeranschlußleitung (TAL). "Die Festlegung auf 25,40 Mark monatlich zuzüglich einmalig zu entrichtender Umschaltkosten zwischen knapp 200 und fast 340 Mark pro Kunde bürdet unseren Mitgliedsunternehmen Vorkosten auf, die angesichts sinkender Margen über die Verbindungspreise kaum mehr zu erlösen sind." Kohlhammer befürchtet, daß auch weiterhin im Ortsbereich kein Wettbewerb auf breiter Basis stattfinden kann. Denn angesichts der erforderlichen hohen Vorinvestitionen werde sich der Anschluß von Privathaushalten für die DTAG-Mitbewerber über Jahre hinaus kaum rechnen. Das heißt, Wettbewerb in den Ortsnetzen werde in absehbarer Zeit nicht, wie im Fernbereich, allen Kunden, sondern weitgehend geschäftlichen Nutzern und Vieltelefonierern zugute kommen.

Der Verband repräsentiert über 40 private Telefongesellschaften, deren Existenz und wirtschaftliche Zukunft unmittelbar vom Spruch der RegTP zu den Kosten für die sogenannte letzte Meile beeinflußt werden. Von Mitgliedern des Verbandes war der RegTP aktuelles und aussagefähiges Zahlenmaterial für die Errichtung einer TAL vorgelegt worden. Demnach wäre ein Monatsentgelt von deutlich unter 20,00 Mark ausreichend. Die RegTP habe das vorgelegte Material jedoch leider nicht angemessen gewürdigt und in ihre Entscheidung einfließen lassen.

Neben den hohen monatlichen Mietpreisen erscheint dem VATM vor allem die Höhe der einmalig zu entrichtenden Anschlußentgelte nicht nachvollziehbar. Sie liegen nicht nur weit oberhalb von Berechnungen seiner Mitglieder, sondern übersteigen auch um ein Vielfaches die Preise, die die DTAG ihren eigenen Endkunden in Rechnung stellt. Wenn man außerdem weiß, daß die Deutsche Telekom für die einfache Umschaltung - eine technische Dienstleistung, bei der lediglich eine Zwei- Draht-Verbindung an einen vorbereiteten Verteiler umgeklemmt wird - zur Zeit an Sub-Unternehmer einen Einheitspreis von 10,00 DM entrichtet, wird die Diskrepanz überdeutlich.

Für den VATM ist die heutige Entscheidung unzweifelhaft Folge des politischen Drucks, der in den letzten Monaten auf die - gemäß TKG unabhängige! - Regulierungsbehörde ausgeübt wurde. Es sei, so der VATM-Präsident, "ein Skandal", daß man auf diese Weise das Bestreben der Deutschen Telekom, den Wettbewerb in den Ortsnetzen immer weiter hinauszuschieben, erneut massiv unterstütze - und das auf dem Rücken der Privatkunden. Es sei bedauerlich, daß die RegTP die fiskalischen Interessen der DTAG und ihrer Anteilseigner höher bewertet habe als die Investitions- und Risikobereitschaft der neuen Wettbewerber.

"Es gehört wirklich Mut dazu, sich bei diesen Rahmenbedingungen im örtlichen Telefonmarkt zu positionieren," erklärte Kohlhammer. Er forderte die Unternehmen auf, gleichwohl den Wettbewerb mit der DTAG zu wagen.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de