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01.03.1999

Höhere Preise für Abrechnung über die Telekom?

Der Ex-Monopolist plant jetzt Angriff auf Call-by-Call für Privatkunden

Die Deutsche Telekom AG (DTAG) will ihre Wettbewerber offenbar erneut kräftig zur Kasse bitten. Der Angriff gilt diesmal den Inkassogebühren, die die DTAG für die Abrechnung von beispielsweise Call-by-Call-Verbindungen über die Telekom-Rechnung erhält und die sie nun "neu verhandeln" will. Zur Zeit berechnet die DTAG den privaten Telefongesellschaften eine Pauschale von 4,5 Prozent vom Umsatz zuzüglich 0,7 Pfennig pro Rechnungszeile.

"Schon mit diesen Beträgen, die auch nur nach sehr harten Verhandlungen erreicht werden konnten", weiß Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), "ist die Leistung der DTAG nach unseren Berechnungen mehr als abgegolten."

Der DTAG gehe es auch in erster Linie darum, Gespräche im Call-by-Call-Verfahren, also die einfache und problemlose Auswahl des jeweils günstigsten Anbieters bei jedem Anruf, zu verteuern, wenn nicht durch eine massive Erhöhung der Inkassogebühren für die Wettbewerber ganz zu verhindern. "Betroffen", so Grützner weiter, "wären damit wieder einmal Millionen von Privatkunden, die nicht zu den Vieltelefonierern gehören, aber bisher dank sehr günstiger Call-by-Call-Preise dennoch vom Wettbewerb im TK-Markt profiert haben. Der jetzt angekündigte Vorstoß ist geradezu exemplarisch für die Stategie der Telekom, systematisch Verunsicherung zu schaffen und alles in Frage zu stellen, was nicht Gerichte oder der Regulierer bombensicher entschieden haben." 

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