Pressemitteilungen

23.07.1999

Telekom beharrt auf drastischer Erhöhung der Inkassogebühren

Wettbewerber leiten Mißbrauchsverfahren bei der Regulierungsbehörde ein

Wettbewerbsunternehmen der Deutschen Telekom AG (DTAG) leiten jetzt vor der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) ein Verfahren nach § 33 TKG (Mißbrauchsverfahren) gegen den Ex-Monopolisten ein. Anlaß ist die Absicht der DTAG, die Gebühren für Inkassoleistungen, die sie gemäß Telekommunikationsgesetz für die Wettbewerbsunternehmen zu erbringen hat, drastisch zu erhöhen und ihre offensichtlich nicht vorhandene Bereitschaft, auf die begründeten Gegenargumente der davon betroffenen privaten Telefongesellschaften einzugehen.

Bislang erhält die DTAG für das Inkasso eine Pauschale von 4,5 Prozent vom Umsatz zuzüglich 0,7 Pfennig pro Rechnungszeile, ein Betrag, mit dem die Leistung nach den Berechnungen des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) mehr als abgegolten wird. Die neue Forderung lautet auf einen Mindestbetrag von 80 Pfennig pro Kunde und Wettbewerber. Was darüber hinausgeht, wird wie bisher mit 0,7 Pfennig pro Rechnungszeile und 4,5 Prozent vom Umsatz berechnet.

"Wenn es der DTAG gelingt, sich mit ihren hohen und unserer Ansicht nach nicht gerechtfertigten Forderungen durchzusetzen, werden vor allem Gespräche sowie der Internet-Zugang im Call-by-Call-Verfahren – mit über 80 % Anteil die erfolgreichste Form des Telefonierens bei den Privatkunden in den Wettbewerbsnetzen – in Zukunft von vielen Unternehmen nicht mehr angeboten werden können", befürchtet Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM. "Denn oftmals wären die Inkassokosten höher als die Gesprächskosten. Das heißt, die Telefongesellschaft zahlt drauf, was angesichts der inzwischen äußerst niedrigen Margen auf Dauer auch nicht ausgeglichen werden kann." Grützner ist darum davon überzeugt, daß die Telekom ihre Position nutzen will, um Call-by-Call durch die massive Anhebung der Inkassogebühren wieder vom Markt verschwinden zu lassen.

"Der VATM und seine Mitgliedsunternehmen haben wiederholt versucht, mit der DTAG in ein ernsthaftes Gespräch zu kommen, um einen für beide Seiten tragbaren Kompromiß herbeizuführen," berichtet Grützner. "Alle Versuche blieben erfolglos, die DTAG bewegt sich keinen Millimeter. Jetzt ist die Regulierungsbehörde gefordert." 

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