Pressemitteilungen

25.08.1999

TK-Wettbewerbsunternehmen rekrutieren jeden Monat mehr als 1000 neue Mitarbeiter

Die Wettbewerbsunternehmen im deutschen Telekommunikationsmarkt werden im laufenden Jahr die Zahl ihrer Mitarbeiter Monat für Monat um durchschnittlich mehr als 1000 erhöhen. Nach Schätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) haben bis Ende 1999 insgesamt 47.100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz bei einem der neuen Anbieter von TK-Dienstleistungen gefunden. Das würde gegenüber 1998 eine Zunahme um 12.400 oder 36 Prozent bedeuten. Selbst wenn man den von der Deutschen Telekom AG (DTAG) für dieses Jahr geplanten Abbau von 11.200 Stellen in Rechnung stellt, bleibt unter dem Strich eine positive Bilanz. Diese würde allerdings noch erheblich besser ausfallen, wenn alle bei den Wettbewerbsunternehmen tatsächlich vorhandenen Arbeitsplätze durch entsprechend qualifizierte Mitarbeiter besetzt werden könnten.

Das größte Zuwachspotential im TK-Markt kommt zur Zeit aus dem seit Anfang 1998 liberalisierten Festnetzbereich. Es wird erwartet, daß die Zahl der von den Wettbewerbsunternehmen Beschäftigten bis zum Jahresende um 9200 auf 27.900 wachsen wird. Ende 1998 waren dort 18.700 Mitarbeiter tätig. Die Steigerungsrate im Festnetzbereich ist mit 49 Prozent übrigens mehr als doppelt so hoch wie im Mobilfunksektor. Denn laut Regtp werden die privaten Anbieter von Mobilfunkdiensten die Zahl ihrer Mitarbeiter bis Ende 1999 um "nur" 20 Prozent gegenüber 1998 erhöhen - von 16.000 Ende 1998 auf dann 19.200.

Die 47 Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) beschäftigen den weitaus größten Teil aller bei den Wettbewerbsunternehmen tätigen Mitarbeiter. "Der Bedarf an weiterem, gut ausgebildetem Personal ist bei unseren Mitgliedsunternehmen außerordentlich groß", weiß VATM- Geschäftsführer Jürgen Grützner. Man könne davon ausgehen, daß allein bei den VATM-Mitgliedern zur Zeit einige Tausend Stellen nicht besetzt werden können. "Denn Mitarbeiter mit den entsprechenden Qualifikationen sind auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu bekommen." Darum habe der VATM innerhalb seines Arbeitskreises "Ausbildung" eine Kooperation mit der Deutschen Telekom AG (DTAG) initiiert, um Mitarbeiter, die im Rahmen des planmäßigen Stellenabbaus beim EX-Monopolisten ausscheiden, über eine Art "Personalbörse" an die Wettbewerbsunternehmen im VATM zu vermitteln. "Nach vielversprechenden Ansätzen müssen wir jedoch inzwischen leider zur Kenntnis nehmen, daß wir auch in diesem Bereich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der DTAG nicht zählen können," bedauert Grützner.

Mehr Erfolg versprechen dagegen die Vorstöße der im Arbeitskreis Ausbildung vertretenen VATM-Mitglieder, die auf die Schaffung bzw. Vereinheitlichung von neuen Ausbildungsgängen im Bereich Telekommunikation hinwirken sollen. So ist man beispielsweise dabei, zusammen mit den IHKs ein gemeinsames Ausbildungsprofil zum Call Center-Agenten zu erarbeiten. Im Rahmen des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit hat der VATM zudem zur Offensive zum Abbau des IT-Fachkräftemangels beigetragen.

Voraussetzung dafür, daß die positiven Perspektiven, die vom Telekommunikationsmarkt zur mittel- und langfristigen Entlastung des Arbeitsmarktes kommen, auch realisiert werden können, sind jedoch Rahmenbedingungen, die für die Wettbewerbsunternehmen eine verläßliche Existenzgrundlage und Planungssicherheit gewährleisten.

Dazu gehört beispielsweise dringend eine belastbare Regelung des Inkasso-Problems, die es den Unternehmen erlaubt, Millionen Privatkunden auch in Zukunft Sprachdienste sowie den Internet-Zugang im Call-by-Call-Verfahren anzubieten. (s. hierzu VATM-Pressemitteilungen vom 1. März, 23, Juli und 19. August 1999)

Betroffene Wettbewerbsunternehmen haben sich inzwischen an die Regulierungsbehörde gewandt, um eine grundsätzliche Klärung hinsichtlich des Stellenwerts der durch die DTAG erbrachten Dienstleistung des Inkasso für den Wettbewerb herbeizuführen. Der Beschlußkammer 3 liegt ein Antrag vor, in einem Verfahren nach § 33 TKG (Mißbrauchsverfahren) gegen den Ex-Monopolisten zu entscheiden. Zugleich liegt der Beschlußkammer 4 ein Antrag von KielNET und MobilCom CityLINE vor, in dem gefordert wird, die Entgelte für das Inkasso als Annex zum Interconnect-Vertrag zwischen der DTAG und ihren Wettbewerbern festzusetzen. Die Regulierungsbehörde entscheidet in diesen Tagen über die Zuständigkeit der Beschlußkammern. "Wir gehen davon aus", so Grützner, "daß die Regulierungsbehörde die herausragende Bedeutung des Call-By-Call-Verfahrens für den Bestand des Wettbewerbs im deutschen Telekommunikationsmarkt bei ihren Entscheidungen im Auge haben wird."

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