Pressemitteilungen

26.08.1999

Richtfunk schafft neuen Wettbewerb im Ortsnetz

Mit der Zuteilung der Frequenzen zur WLL-Point-to Mulitpoint-Richtfunktechnik (WLL) durch die Regulierungsbehörde ist der Startschuß für den Aufbau eines alternativen Teilnehmeranschlußnetzes gefallen.

"Mit dieser Technik können mittelständische Betriebe aber auch größere Unternehmen mit einer Bandbreite von 2-8 Mb direkt an die Netze der privaten TK-Unternehmen angeschlossen werden," so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). "Damit steht dem Kunden ein Vielfaches der heute beim Telefonanschluß üblichen Leistungskapazität zur Verfügung. In naher Zukunft kann aber auch für private Vielnutzer von Telefon und Internet der Anschluß über WLL sinnvoll sein, vor allem, wenn sich z.B. möglichst viele Hausbewohner zusammentun."

Bisher konnte der unmittelbare Anschluß von Kunden nur durch angemietete Leitungen der Deutschen Telekom AG erfolgen oder per gesondert verlegter Leitungen privater Wettbewerber. Durch die drahtlose Anbindung besteht nun die Möglichkeit zu einem Endkundenzugang unabhängig vom Ortsnetz der Telekom, der ohne aufwendige und zeitraubende Baumaßnahmen realisiert werden kann und außerordentlich leistungsfähig ist.

Konkret werden beim Richtfunk die angeschlossenen Kunden von zentralen Basisstationen aus versorgt. Allerdings muß aufgrund der genutzten Frequenzen zwischen Sende- und Empfangsstation Sichtverbindung bestehen. Über diese breitbandige Zugangstechnologie kann der Kunde somit gleichzeitig telefonieren, Daten übertragen, das Internet nutzen und zukünftig möglicherweise sogar digitales Fernsehen empfangen.

"Die jetzt lizensierten Unternehmen werden sehr schnell ihre Angebote auf den Markt bringen. Die technische Realisierung ist bereits weit fortgeschritten, und hunderte von Antennenanlagen sind bereits für die neue Technik nutzbar. Ein weiterer großer Schritt auf dem mühsamen Weg, das de-facto-Monopl der Deutschen Telekom im Ortsnetz aufzubrechen und den Kunden bessere Qualität zu günstigeren Preisen anzubieten, ist damit möglich geworden," so Grützner. Mit den Investitionen in die Infrastruktur wird umgehend begonnen werden. Sie werden sich noch dieses Jahr Schätzungen zufolge bundesweit bis zu 1 Milliarde DM belaufen.

Jürgen Grützner ist daher überzeugt: "Für den Kunden wird der Wettbewerb auch im Ortsnetz deutlicher zu spüren sein. Die neue Technologie wird nicht nur Innovationen durch neue Dienste herbeiführen, sondern auch die Preise im Ortsnetz unter Druck setzen. Und davon werden letztlich alle Kunden profitieren."

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
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