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06.09.1999

Erhöhung der Inkassogebühren für Call-by-Call vorerst gestoppt

VATM begrüßt Verhandlungsbereitschaft der Telekom

Die Inkassogebühren für offenes Call-by-Call werden vorerst nicht erhöht. Die Deutsche Telekom AG (DTAG) hat die Forderung von zusätzlich 80 Pfennig Mindestentgelt zurückgezogen. Gleichzeitig signalisierte der ehemalige Monopolist seine Bereitschaft, im Wege von Verhandlungen zu einer einvernehmlichen Lösung mit seinen Wettbewerbern zu kommen.

Dr. Joachim Dreyer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), begrüßte die Verhandlungsbereitschaft der Deutschen Telekom AG. Wie er in einem Interview mit vwd erklärte, sind die Verbandsmitglieder grundsätzlich zu Gesprächen mit der Telekom bereit. "Wir gehen davon aus", so Dreyer, "dass nun vernünftig und sachlich über alles verhandelt werden kann." Denn die Wettbewerbsunternehmen haben immer wieder betont, dass sie bereit sind, die Kosten für das Inkasso anteilig zu tragen, sofern sie durch die DTAG nachgewiesen werden. Das aber, so der VATM-Präsident weiter, sei bisher nicht der Fall. Darum könne sich durchaus auch herausstellen, "dass selbst das bisher von uns entrichtete Entgelt schon deutlich zu hoch ist." Dies sind 4,5 Prozent vom Umsatz und 0,7 Pfennig pro Rechnungszeile.

Verhandlungsziel des VATM ist eine Tarifstruktur, die sich am Call-by-Call-Umsatz der Wettbewerbsunternehmen sowie an den bei der Telekom entstehenden Inkasso-Kosten orientiert. Feste Grundbeträge führen zu einer völlig ungerechtfertigten Belastung und zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Wettbewerbsunternehmen.

"Sollte die Telekom jedoch erneut die Verhandlungen durch Terminabsagen verzögern, werden sich die Wettbewerber nicht lange hinhalten lassen und sich umgehend an den Regulierer wenden", warnt der VATM-Präsident.

Das offene Call-by-Call ist wesentlicher Motor der Tarifsenkungen, von denen bisher alle Kunden profitieren. Die Möglichkeit, bei Ferngesprächen durch eine einfache Vorwahl eine Alternative zur DTAG zu wählen, ist bei Privatkunden mit 85 Prozent Anteil die erfolgreichste Form des Telefonierens in den Netzen der privaten Telefongesellschaften. Call-by-Call ist somit das Markenzeichen für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt. Die Einführung eines Mindestbetrages von 80 Pfennig pro Kundenrechnung und Unternehmen hätte zu einer Steigerung der Inkassokosten für die Wettbewerbsunternehmen von bis zu mehreren 100 Prozent geführt.

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