Pressemitteilungen

17.02.2000

Letzte Inkasso-Verhandlungen mit der Deutschen Telekom gescheitert

Regulierungsbehörde entscheidet am Montag über Call-by-Call

Auf Vermittlung der Regulierungsbehörde hin hatten Wettbewerber und Deutsche Telekom AG (DTAG) in sechs Gesprächsrunden nochmals versucht, in letzter Minute eine einvernehmliche Kompromißlösung zu Wege zu bringen. Die Wettbewerber waren den öffentlichen Hauptforderungen der DTAG entgegengekommen und hatten die Übernahme der Reklamationsbearbeitung sowie der gerichtlichen Forderungsbeitreibung in einem Zeitraum zugesagt, der auch von der DTAG als akzeptabel eingeschätzt wurde.

Dennoch beharrt die DTAG weiterhin auf der Einstellung fast aller für den Wettbewerb unverzichtbaren Dienstleistungen zu einem festen Zeitpunkt in weniger als zwei Jahren. Vor allem die Einstellung des kundenfreundlichen und von rund 80% der Bürger genutzten Einzugsverfahrens erschien aus Sicht der Wettbewerber nicht akzeptabel. Aus heutiger Sicht gibt es zudem keine überprüfbaren Angebote alternativer Inkassodienstleister, die ein Abrechnungsverfahren für monatlich weit über 40 Mio. Rechnungen und die verschiedenen TK-Unternehmen sicherstellen können. Dies hätte für die Kunden zudem unterschiedliche Zahlungswege sowie höhere Kosten zur Folge. Die Wettbewerber sehen sich daher außerstande, eine Vereinbarung für November 2002 oder April 2003 zu schließen, die dann das Aus für den gesamten Call-by-Call- und Mehrwertdienstemarkt bedeuten könnte.

"Wenn die DTAG Rechnungsstellung mit Forderungseinzug ablehnt, so erklärt sich dies allein aus dem offenkundigen strategischen Ziel, über einen möglichst kundenunfreundlichen Zahlungsweg Wettbewerb zu verhindern," erklärt Dr. Joachim Dreyer, Präsident des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). "Vor allem aber sollen Internetzugang, Online- und Mehrwert- oder Auskunftsdienste, bei denen die Wettbewerber zweistellige Marktanteile erreicht haben, massiv behindert werden. Gerade in diesem für Deutschland wichtigen Zukunftsmarkt, der viele neue, für die Kunden attraktive Dienstleistungen bieten wird, versucht die DTAG wieder ein Monopol aufzubauen." Ihrer 100 %igen Tochter T-Online will die DTAG hingegen sowohl Rechnungsstellung, Forderungseinzug als auch Inkasso weiterhin uneingeschränkt anbieten.

Für das Ziel, die Wettbewerber im Call-by-Call- und Online-Dienstemarkt vollständig zurückzudrängen, spricht auch die Ankündigung der DTAG, im Zusammenspiel mit T-Online, einen Pauschaltarif für den Internetzugang einzuführen. Dies ist den Wettbewerbern ohne die seit langem geforderte volumenabhängige Tarifierung durch die DTAG kaum möglich.

Die Regulierungsbehörde wird nun dafür sorgen müssen, daß eine kundenfreundliche Regelung getroffen wird.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de