Pressemitteilungen

03.05.2000

Begrüßung durch Dr. Joachim Dreyer, Präsident des Verbandes von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), anläßlich der offiziellen Eröffnung der "TK 2000" am 27.04.00

- Es gilt das gesprochene Wort-

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

ich freue mich, Sie zur offiziellen Eröffnung der "TK 2000" hier in Frankfurt zu begrüßen.

Auf der ersten Fachmesse für Telekommunikation in Deutschland präsentieren sich hier über 200 Aussteller aus ganz Europa. Die Aussteller sind namhafte Unternehmen aus dem Bereich der Telekommunikationsinfrastruktur sowie Anbieter von TK-Diensten und deren bedeutendste Zulieferer aus dem Hard- und Softwarebereich. Für die TK-Branche ist mit dieser Messe ein Forum für einen branchenspezifischen Informationsaustausch und damit das seit langem geforderte "Add On" zum Konzert der IuK-Messen geschaffen worden.

Lassen Sie mich kurz einen Blick auf die aktuelle Entwicklung der Telekommunikation werfen.

Zum 1.1.1998 wurde das größte Liberalisierungsvorhaben in der Geschichte der Europäischen Union vollendet. An diesem Tag fiel das Telefondienst- und Netzmonopol, das letzte und wirtschaftlich wichtigste Monopol in der Telekommunikation. Gleichzeitig eröffneten in den letzten Jahren neue technologische Entwicklungen - Mikroelektronik / Datenverarbeitung mit schnellen Übertragungstechniken und weltweiten Standards - Mobilfunk / Internet - atemberaubende Perspektiven. Diese rückten einerseits die TK-Branche in den Vordergrund der New Economy. Andererseits erzeugten sie gleichzeitig einen wirtschaftspolitischen Veränderungsdruck, der in der Konvergenz der sogenannten TIME-Industrien sichtbar wird.
TK-Dienstleistungen haben sich daher seit den 80er Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Branchen entwickelt. Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird für das Jahr 2000 voraussichtlich ein Volumen von 120 Mrd. DM (Infrastruktur, Endgeräte und Dienste) überschreiten und damit ein Plus von fast 10% gegenüber 1999 aufweisen. Über 27 Mio. Deutsche telefonieren mobil. Monatlich kommen ca. 2 Mio. Mobilfunkteilnehmer dazu. Kürzlich konnte der 11-millionste Nutzer in der deutschen Online-Community registriert werden. Die Zahl der Erwerbstätigen in der Telekommunikation stieg 1999 um 7% auf 237.000. Davon entfallen 50.000 auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom AG. In 1999 wurden erstmals mehr Mitarbeiter eingestellt, als Stellen bei der Telekom abgebaut. Nirgendwo sonst in Europa - gerade die Stadt Frankfurt hat als Standort vieler international tätiger Telekommunikationsunternehmen an Bedeutung gewonnen - positionierten sich nach so kurzer Zeit so viele Anbieter mit verschiedenen Dienstleistungsangeboten und Kostenstrukturen und lieferten sich einen vergleichbaren Kampf um Marktanteile und Verbraucher. Die Verbraucher profitierten hierbei insbesondere von einer bis zu 85%igen Senkung der Preise im Fernnetzbereich.
Der Marktanteil der Wettbewerber im Festnetz beträgt heute insgesamt 18%. Gut 35% entfallen dabei auf den Fernbereich, im Ortsnetz herrschen lediglich 2-3% Wettbewerb. Dies spricht insgesamt für den großen Erfolg einer konsequenten Marktöffnung sowie der unbestreitbaren Leistung einer Regulierungspolitik, die den deutschen Markt nach nur zwei Jahren in einem Tempo vorangebracht hat, das in Europa ohne Beispiel ist.

Die jüngsten Diskussionen um Call-by-Call und Inkasso haben allerdings gezeigt, dass der Wettbewerb immer noch äußerst sensibel auf äußere Eingriffe reagiert. Wettbewerb ist im jetzigen Stadium noch nicht selbsttragend. Ich möchte zum heutigen Zeitpunkt davor warnen, den Regulierungsrahmen in Deutschland zu lockern. Es ist zwar erforderlich, wie es auch das Bundeswirtschaftsministerium vorschlägt, die Regulierungsprozeduren dem schnelllebigen Markt anzupassen, aber ich halte es insbesondere für erforderlich, die verschiedenartigen gesetzlichen Regelungen für Daten-, Rundfunk- und TK-Dienste zusammenzuführen. Spätestens die Multimediadienste für Mobilfunk - UMTS-Lizenz- werden sonst die verschiedenartigen Regulierungsansätze in Deutschland ad absurdum führen.

Meine Damen und Herren, freuen Sie sich nun mit mir auf die offizielle Eröffnung der Messe durch die Frankfurter Oberbürgermeisterin, Frau Petra Roth, sowie die im Anschluß stattfindende Podiumsdiskussion, die uns die einzelnen Facetten dieses aktuellen Themas sicherlich näher beleuchten wird.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und interessante Zeit auf der "TK 2000". Viele Organisatoren, einschließlich des VATM, haben zum Gelingen dieser Messe beigetragen, so dass wir der "TK 2001" im nächsten Jahr bereits mit Spannung und Freude entgegensehen dürfen.

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de