Pressemitteilungen

07.07.2000

VATM warnt vor Verteuerung der Telefongespräche auf dem Land

Unzureichender Wettbewerb verhindert Preissenkungen im Ortsnetz

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) warnt vor einer deutlichen Verteuerung der Gesprächsgebühren auf dem Land. Müßte sich die Telekom die Telefonpreise nicht mehr genehmigen lassen - wie sie dies nun für Geschäftskunden in Berlin fordert - könnte sie mit extrem günstigen Angeboten die Wettbewerber verdrängen", erklärt Dr. Joachim Dreyer, Präsident des VATM. "Noch niedrigere durch die Telekom subventionierte Preise in der Stadt würden letztendlich auf dem Rücken der Landbevölkerung ausgetragen."

Nachdem die DTAG bereits gefordert hatte, bei verschiedenen Auslandsverbindungen nicht mehr der Marktbeherrschung zu unterliegen, soll dies nun auch für Geschäftskunden in Berlin gelten. Mangels Marktbeherrschung entfiele dann auch hier jegliche Mißbrauchskontrolle. Unmittelbare Folge wäre ein starker Preisverfall in Ballungsräumen, dagegen würden Telefongespräche auf dem Land erstmals und endgültig teuer.

Der Verbraucher hat seit der Liberalisierung vor allem von Preissenkungen bei Ferngesprächen von bis zu 85%, von vielfältigen Angeboten und hoher Servicequalität der Wettbewerber profitiert. Bisher hat die schleppende Entwicklung im Ortsnetz Preissenkungen jedoch weitgehend verhindert. Im Ortsnetz besitzt die Telekom nach zweieinhalb Jahren Marktöffnung immer noch ein de-facto-Monopol. Für das Jahr 2000 rechnet der Verband lediglich mit etwa 100.000 Kunden, die direkt über die neuen Anbieter im Markt angeschlossen sind. "Aufgabe der Politik und Regulierung als Anwalt der Verbraucher ist, hier die richtigen Impulse für eine weitere Liberalisierung im Ortsnetz zu geben", stellt Dreyer fest.

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Corinna Keim
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