Pressemitteilungen

09.11.2000

Mangelnder Wettbewerb im Ortsnetz geht zu Lasten der Internetnutzer

40.000 Unterschriften für die Flatrate an die Regulierungsbehörde übergeben

Die Schaffung eines leistungsfähigen Wettbewerbs im Ortsnetz sollte konsequenter verfolgt werden. Diese Auffassung vertreten zwei Drittel (72,5%) von insgesamt 250 Meinungsführern aus Politik, Wirtschaft und Medien in einer aktuellen repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Zwar befinde man sich in Deutschland auf dem richtigen Weg. Nur 8% der Meinungsbilder meinen jedoch, daß die Politik tatsächlich alle ihr zur Verfügung stehenden regulierungspolitischen Instrumente nutzt, damit die Verbraucher in den Genuß attraktiver Pauschalpreise fürs Internet kommen.
Insbesondere die Befragten aus der Wirtschaft halten die Politik für mitverantwortlich. Zudem kritisiert jeder vierte Befragte aus der Wirtschaft, daß den Interessen der Deutschen Telekom zu Lasten der Verbraucher zu stark Rechnung getragen wird. Insgesamt schreiben 42% der Befragten dem Quasi-Monopol der Deutschen Telekom im Ortsnetz die Hauptverantwortung dafür zu, daß günstige Internetzugänge in Deutschland immer noch blockiert werden.

"Im Gegensatz zu Großbritannien, den Niederlanden oder den USA sind deutsche Internetsurfer aufgrund ungerechter Zugangskosten klar benachteiligt," erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. "Nur unter fairen, diskriminierungsfreien Wettbewerbsbedingungen und kostenorientierten Preisen im Telekommunikationsmarkt kann in Deutschland dem Internet zu einem Durchbruch verholfen werden."

Laut aktuellen Zahlen steht Deutschland im Online-Abseits. Gerade mal 23% der über 16-jährigen verfügen hierzulande über einen Internetanschluss. In der Schweiz sind es 39% in Großbritannien 42% und in Norwegen gar 53%. Der Bundeswirtschaftsminister hatte in einer Pressemitteilung vom 2. November 2000 auf die hervorragende Internetwicklung in Deutschland hingewiesen und insbesondere auch den Flatrate-Markt in Deutschland als erfreulich bezeichnet.

Wie sehr das Problem unter den Nägeln der Bürger brennt, zeigen über 40.000 Bürger-Unterschriften, die heute von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) und der "Initiative ohne Taktung", ein Zusammenschluss von Internetnutzern, der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn übergeben werden. Grützner ist überzeugt: "Die Regulierungsbehörde wird den berechtigten Interessen unserer Mitbürger Rechnung tragen müssen und eine Entscheidung im Sinne der Verbraucher treffen."

Bis spätestens zum 15.11.00 hat die Regulierungsbehörde über die Einführung einer Flatrate zu entscheiden. 

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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