Pressemitteilungen

15.12.2000

Flatrateangebot der Telekom kann nur erster Schritt sein

Das Angebot der Deutschen Telekom AG (DTAG) für eine Großhandelsflatrate bedarf deutlicher Nachbesserungen um den Kunden faire Flatratepreise anbieten zu können.
Die Deutsche Telekom will den Wettbewerbern eine Flatrate nur an den etwa 1600 Teilnehmervermittlungsstellen der DTAG anbieten. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hatte als Obergrenze für ein effizientes Netz eine Zahl von maximal 475 Zusammenschaltungspunkten festgelegt. Um die nun von der DTAG vorgeschlagenen Vermittlungsstellen anzuschließen, müssten die Wettbewerber weit darüber hinaus gehende Investitionen in den Netzausbau stecken oder die Anmietung teurer Zuleitungen der DTAG in Kauf nehmen. Auf diesem Wege versucht die DTAG nun die Entscheidung der RegTP auszuhebeln, die Kosten in die Höhe zu treiben und so attraktive Angebote für die Kunden der Wettbewerber zu verhindern.

"Die Telekom nutzt hier einmal mehr ihre Monopolstellung", so Jürgen Grützner, Geschäftsführer der Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). "In der jetzigen Form ist das Angebot eine Mogelpackung, da die Wettbewerber die Vermittlungsstellen nur mit weiteren erheblichen Kosten erreichen können."

Auch in Großbritannien hatte Britisch Telekom (BT) als marktbeherrschendes Unternehmen ursprünglich nur die Zuführung bis zur Teilnehmervermittlungsstelle angeboten. Um einen unnötigen und teuren Netzausbau zu vermeiden, hatte dort der Regulierer (Oftel) im November dieses Jahres Nachbesserungen angeordnet ( Friako - Entscheidung). 

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de