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28.12.2000

Telekom verwechselt Euro mit D Mark

Offensichtlich verwechselt die Deutsche Telekom AG (DTAG) bei ihrem angekündigten Angebot von 17,40 € für die Miete des blanken Kupferkabels zum Endkunden Euro mit D Mark. Statt bisher 25,40 DM wären dann rund 35 DM an die DTAG zu zahlen. "Damit würde die DTAG von ihren Wettbewerbern über 50% mehr als von ihren eigenen Kunden verlangen und das für ein nacktes Kabel ohne jede Technik und Service," erläutert Dr. Joachim Dreyer, Präsident des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.). In der Konsequenz müsste dann die DTAG wegen Preisdumpings nach der Vorgabe der EU-Kommission die eigenen Endkundentarife entsprechend anheben. "Höhere Preise für die Kunden wollen wir aber auf gar keinen Fall," so Dreyer.

Bereits vor Jahren hatten mehrere Wettbewerbsunternehmen realistische Kostenkalkulationen der Regulierungsbehörde vorgelegt, die durchschnittlich um die 15 DM lagen, in Ballungszentren noch deutlich darunter. Nach nun drei Jahren Erfahrung mit eigenem Netzausbau wurden die Kalkulationen der Wettbewerber voll bestätigt.

Nicht zu vergessen sind die zusätzlich einmalig anfallenden Kosten für jede Umschaltung von bis zu 337 DM (plus weiterer rund 100 DM bei Kündigung). Auch diese Preise sind völlig überteuert und verhindern erfolgreich eine zügige Entwicklung von Wettbewerb im Ortsnetz. "Die DTAG hält sich genau dort die Konkurrenz vom Leib, wo den Kunden neue innovative Dienstleistungen wie z.B. schnelle Internetzugänge angeboten werden könnten," kritisiert der Präsident des VATM. Dies erklärt, warum bis heute nicht einmal 2 % der Kunden vollständig zu einem Wettbewerbsunternehmen wechseln konnten. "Wir wollen endlich auch den Privatkunden überall ein gutes preisgünstiges Angebot machen können. Ähnliche Preissenkungen wie im Fernnetz werden im Ortsnetz aber nur möglich sein, wenn der Regulierer auch hier realistische Preise festlegt. Damit stehen wir vor einer der zentralen Entscheidungen, die die Regulierungsbehörde im nächsten Jahr zu treffen haben wird."

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Leiterin Kommunikation und Presse
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