Pressemitteilungen

29.12.2000

Telekom verabschiedet das Jahr mit Kracher

Teilnehmeranschlussleitung soll noch teurer werden

Die Deutsche Telekom AG (DTAG) will neben den Mietpreisen für die Teilnehmeranschlussleitung auch die bisher schon überteuerten Preise für die Bereitstellung und Kündigung der Leitung drastisch erhöhen.

Nachdem sie am Mittwoch zunächst den Preis für die Miete der Kupferdoppelader in Höhe von gut 34 DM per Pressemitteilung veröffentlicht hatte (hierzu unsere Pressemitteilung vom 28.12.200), legte sie nun den Unternehmen auch ihr Angebot für die neuen Tarife vor, die die Wettbewerber einmalig für eine Umschaltung der Kunden von der DTAG auf die eigenen Netze zahlen sollen.

Im Minimum sollen statt bisher 191,64 DM zukünftig 248,47 DM gezahlt werden, bei Neuschaltungen und entsprechenden Arbeiten statt 337,17 DM zukünftig 356,53 DM. Wechselt ein Kunde zurück zur DTAG oder wird der Anschluss aus anderen Gründen gekündigt, sollen statt derzeit 107,70 DM noch einmal 204,21 DM fällig werden.

„Gerade die Höhe der einmaligen Zahlungen an die DTAG sollen gezielt den Wechsel von Privatkunden zu den Wettbewerbern verhindern. Bei Margen von oft nur Zehntelpfennigen pro Gespräch würde alleine eine drastische Verteuerung der Umschaltkosten den Wettbewerb im Ortsnetz gerade bei Privatkunden völlig unrentabel machen,“ so Dr. Joachim Dreyer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM). “Das aus unserer Sicht ohnehin unzulässige Kündigungsentgelt will die DTAG fast verdoppeln und so offensichtlich ihre massiven und teuren Kundenrückgewinnungsaktionen finanzieren.“

Die Regulierungsbehörde wird bei der Kostenermittlung zu berücksichtigen haben, dass die DTAG die Umschaltungen von Subunternehmern zu einem Bruchteil der von den Wettbewerbern geforderten Preise vornehmen lässt. „Das Kalkül der DTAG, völlig überzogene Preise sowohl für die monatlichen als auch für die einmaligen Leistungen zu fordern, darf nicht wie vor zwei Jahren zu scheinbar fairen Kompromissen führen, die Wettbewerb im Ortsnetz weiterhin stagnieren lassen. 2% Marktanteil ist kein Wettbewerb.“

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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