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01.03.2001

Schlichterspruch zu Inkasso und Fakturierung stellt Call-by-Call auf harte Probe

Auch Internet erheblich betroffen

Schlichterspruch zu Inkasso und Fakturierung stellt Call-by-Call auf harte Probe Auch Internet erheblich betroffen

Gestern Abend hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) ihren mit Spannung erwarteten Vermittlungsvorschlag zu den neuen Preisen vorgelegt, die die Wettbewerber zukünftig für die Rechnungserstellung durch die Deutsche Telekom AG (DTAG) zahlen sollen. Die DTAG hatte versucht, zunächst durch Verweigerung der Leistung und später durch völlig überzogene Preisforderungen, den einzigen nennenswerten Wettbewerbsmarkt - Call-by-Call für Sprache und zunehmend auch für Internet auszuhebeln.

Mit 2,8 Pfennig je abgerechnetem Datensatz und weiteren 9 Pfennig je erstellter Abrechnung bedeutet der Vorschlag nach einer ersten Einschätzung mehr als eine Verdopplung der Kosten auf Seiten der Wettbewerber. "In einem Markt, in dem die Margen schon seit langem am Boden sind, müssen die Unternehmen nun genau prüfen, ob unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Call-by-Call für Sprache oder Internet überhaupt noch angeboten werden kann," erläutert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Berücksichtigt man, dass die DTAG nur noch etwa die Hälfte der Leistung, nämlich die Fakturierung (also die Rechnungserstellung), nicht mehr aber das eigentliche Inkasso (also Mahnung und Beitreibung) sowie die Reklamationsbearbeitung anbieten muss, kommen auf die Wettbewerber hierfür ohnehin dramatische Mehrkosten zu. "Damit sollen die Wettbewerber für erheblich weniger Leistung deutlich mehr an die DTAG zahlen als bisher," kritisiert Jürgen Grützner.

Selbst nach der Berechnung der RegTP soll sich bei einem durchschnittlich angenommenen Rechnungsbetrag eines Wettbewerbers von 8,80 DM und 17,1 Verbindungen, eine Preissteigerung von über 10% ergeben und das für etwa die Hälfte der bisherigen Leistung. Auch nach dieser Annahme liegen die neuen Kosten damit mindestens doppelt so hoch wie bisher.

Wenngleich der Schlichter unter den Forderungen der DTAG geblieben ist, so liegt er doch weit über dem Vorschlag der Wettbewerber. Die Unternehmen haben nun zwei Wochen Zeit durchzurechnen, ob sie sich unter diesen Bedingungen aus dem Call-by- Call Markt zurückziehen müssen oder Mehrkosten durch Preisanpassungen auffangen können. 

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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