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03.08.2001

Preise für Inlandsferngespräche erstmals seit Liberalisierung gestiegen

VATM rechnet mit weiteren Preissteigerungen

Nachdem das Statistische Bundesamt bereits vor Monaten steigende Preise im Ortsnetz festgestellt hatte, sind nun auch erstmals seit der Marktliberalisierung 1998 Inlandsferngespräche wieder teurer geworden. Betrug der Anstieg im Juni lediglich 0,2% gegenüber Mai, so lagen im Juli die Preise bereits um 1,1% höher als im Vormonat, so das Statistische Bundesamt.

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM): "Wir haben bereits im Zusammenhang mit dem Schlichterspruch der Regulierungsbehörde vom 28. Februar dieses Jahres darauf hingewiesen, dass auf Grund der Kostenverlagerung für die Inkassoleistungen auf die Wettbewerber mit steigenden Preisen zu rechnen sein wird.

Auch in ihren letzten Entscheidungen (TAL-Entscheidung vom 30.3.2001) hat die Regulierungsbehörde es nicht geschafft, die Telekom zu effizienteren Verfahren z.B. bei der Abrechnung oder auch beim Wechsel der Kunden zu einem anderen Anbieter zu bringen. "Was in Deutschland noch per Fax erledigt wird, geht im Ausland längst elektronisch. Die Zeche hierfür wird der Kunde zu zahlen haben. Wenn hier nicht endlich der Telekom klare Vorgaben gemacht werden, werden Kosten und Preise weiter steigen", so Grützner weiter.

Zwar führen niedrigere Preise im Auslandsfernverkehr, insbesondere aber im Internet im Jahresvergleich noch zu insgesamt sinkenden Preisen, aber die Tendenz ist eindeutig. Denn ein weiterer, noch stärkerer Preisanstieg droht den Kunden im Ferngesprächsmarkt, wenn es der Deutschen Telekom AG gelingen sollte, die von ihr geforderten Interconnectionpreise, die die Wettbewerber an die Telekom für die Durchleitung der Gespräche zu zahlen haben, bei der Regulierungsbehörde durchzusetzen.

Jürgen Grützner: "Das Ziel der Telekom ist klar: Sie versucht mit allen Mitteln, die Kosten der Wettbewerber und damit die Preise wieder in die Höhe zu treiben. Der Erfolg der Liberalisierung steht auf dem Spiel, und wir können nur hoffen, dass nun endlich auch die Politik aufwacht und die Gefahren für den Wettbewerb und den Wirtschaftsstandort Deutschland erkennt. Wo bislang sinkende Telefonkosten den Preisauftrieb gebremst haben, verliert Deutschland nun auch diese Stütze seiner Preisstabilität."

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