Pressemitteilungen

03.12.2001

Regulierer stoppt Flatrate-Verfahren

VATM begrüßt Suche nach wettbewerbsgerechter Gesamtlösung

Die Beschlusskammer 3 der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat das Beschlusskammerverfahren zur sogenannten Vorleistungsflatrate, die die Deutsche Telekom AG (DTAG) den Wettbewerbern zur Verfügung stellen soll, überraschend ausgesetzt. Statt einer Entscheidung wurde bekannt gegeben, dass zunächst ein Gutachten über die technischen und wirtschaftlichen Fragen in Auftrag gegeben wird, die zwischen der DTAG und den Wettbewerbern nach wie vor kontrovers beurteilt werden.

Bisher war die Marktsituation von der RegTP nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Vorleistungsflatrate sollte nur auf eine niedrige Netzebene beschränkt sein.

"Mit einer Vorleistungsflatrate hätte dies kaum noch etwas zu tun gehabt. Im Gegenteil, eine solche Scheinflatrate hätte der DTAG und ihrer Tochter T-Online sogar zusätzliche Wettbewerbsvorteile verschafft, statt für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen", kritisiert Dr. Joachim Dreyer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM).

Den Argumenten mehrerer Wettbewerber folgend wird nun geprüft, in welcher Weise auch Zusammenschaltungen auf einer höheren Netzebene und mit weniger Zusammenschaltungspunkten zu einem Flatratetarif angeboten werden müssen.

"Diese Lösung, die in Großbritannien bereits zu günstigen Endkundenflatrates geführt hat, könnte auch für Deutschland modellhaft sein. Darüber hinaus hat auch der französische Regulierer kostenorientierte pauschale Online-Vorleistungspreise angeordnet, die sich eng an das britische Modell anlehnen", erklärt Dr. Dreyer. "Wir sind froh, dass die RegTP endlich nach einer tragfähigen Gesamtlösung sucht und damit den Weg frei macht für eine zukunftsorientierte Internetnutzung in Deutschland".

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de