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16.01.2002

Telekom verkauft DSL weiterhin unter ihren eigenen Kosten

Wettbewerber erwarten vom Regulierer eine klare Entscheidung

Mit einem Antrag bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) auf Genehmigung von Preisanhebungen unter anderem für T-DSL-ISDN-Anschlüsse versucht die Deutsche Telekom AG (DTAG) offensichtlich, dem gegen sie von der Bonner Behörde Ende letzten Jahres eingeleiteten Preis-Missbrauchsverfahren zuvor zu kommen. Die DTAG hatte bis Ende 2001 ihren Anteil bei den schnellen Internet-Zugängen auf weit über 90 Prozent ausbauen können und dies, so auch das Votum der RegTP, aufgrund bei weitem nicht Kosten deckender Preise.

Die nunmehr vom Ex-Monopolisten beantragten neuen Preise orientieren sich jedoch nach Ansicht des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) ebenso wenig an den tatsächlichen Kosten. Dies gilt vor allem für die T-DSL-Preise bei ISDN-Anschlüssen. Sie liegen immer noch zu niedrig und verzerren massiv den Wettbewerb.

Die unterschiedlichen Preise bei Analog (+ 19,99 €) oder ISDN-Anschlüssen (+ 12,99 €) sind nicht begründbar. Der VATM fordert daher nach wie vor eine Anhebung des T-DSL-Entgeltes für ISDN auf das gleiche Niveau wie für Analog-Anschlüsse, da dieses den tatsächlichen Kosten deutlich näher zu kommen scheint.

"Die Preise für den T-DSL-Anschluss hätten bereits im März letzten Jahres deutlich angehoben werden müssen. Nun wird die Regulierungsbehörde Rückgrat zeigen müssen. Denn die Entscheidung über die DSL-Preise der Telekom ist ausschlaggebend für die weitere Entwicklung des Wettbewerbs. Sollte sich der Regulierer von dem unzureichenden Angebot der Telekom verleiten lassen und nicht tätig werden, so stellt er die Weichen gegen Wettbewerb zum Nachteil der Verbraucher," erklärte Dr. Joachim Dreyer, Präsident des VATM. Nach Meinung des VATM-Präsidenten wären realistische Preise zu einem früheren Zeitpunkt für Kunden und Wettbewerber die bessere Lösung gewesen. "Zwar hätten die Kunden kurzfristig etwas mehr gezahlt, aber sie hätten mittel- und langfristig durch Wettbewerb die Gewähr für Angebotsvielfalt, Innovationen und faire, stabile Preise."

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