Pressemitteilungen

01.02.2002

RegTP-Jahresbericht dokumentiert auch Versäumnisse

Zögerliche Regulierung schöpft Arbeitsplatzpotenzial nicht aus

Der heute von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) vorgestellte Jahresbericht 2001 dokumentiert nach Ansicht des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) auch die erheblichen Defizite der deutschen Regulierungspolitik.

"Wenn," so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner, "vier Jahre nach dem Start in den liberalisierten Telekommunikationsmarkt der Anteil der Wettbewerber an den Ortsanschlüssen immer noch nicht über drei Prozent hinauskommt, so zeigt dies mehr als deutlich die Versäumnisse der Bonner Behörde." In den Ortsnetzen, die für den Kundenzugang die mit Abstand größte Bedeutung haben, sei es bisher nicht gelungen, das Monopol der Deutschen Telekom AG (DTAG) aufzubrechen. Vor allem die Tatsache, dass die Zahl der Neuanschlüsse der Wettbewerber in den letzten Monaten sogar stagniere, wertet Grützner als schwerwiegendes Indiz für die mangelhafte Durchsetzungskraft der RegTP gegenüber dem Ex-Monopolisten: "Es ist mittlerweile ein Skandal, dass unsere Mitgliedsunternehmen sich immer wieder mit Versprechungen abspeisen lassen müssen. Selbst dort, wo RegTP-Präsident Kurth den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat, geschieht nichts. Wenn nicht den Worten endlich Taten folgen, wird Kurth das Problem nicht in den Griff bekommen."

Aus Sicht des VATM kann nachhaltiger Wettbewerb aber nur dann entstehen, wenn die privaten Telekommunikationsunternehmen auch und vor allem bei den Ortsanschlüssen endlich eine faire Chance bekommen. "Der Regulierer muss dafür Sorge tragen, dass die Telekom ihre Verträge mit den Wettbewerbern einhält," fordert Jürgen Grützner. "Uns hilft es keinen Schritt weiter, wenn die Regulierungsbehörde immer wieder zurückschaut und Erfolge aus der Vergangenheit feiert. Unsere Mitglieder verlangen, dass die bestehenden Probleme endlich angepackt und gelöst werden. Wenn dies von Anfang an konsequent geschehen wäre, hätten wir heute nämlich nicht nur 63.000, sondern weit über 80.000 neue Arbeitsplätze vorzuweisen."

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