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01.08.2002

Internet-Kunden auf dem Land baden Verdrängungswettbewerb der DTAG aus

Auch schmalbandige Flatrate wird weiter verzögert

Die neue Politik der Deutsche Telekom AG (DTAG) zeigt Wirkung. Betroffen sind Internet-Nutzer in kleinen Ortschaften, denen ebenfalls ein zügiger regionaler DSL-Ausbau zugesagt worden war. Diese Anschlüsse sollen nun im Zuge der Sparpläne des Unternehmens nicht mehr realisiert werden. "Hier rächt sich nun der teure Verdrängungswettbewerb der DTAG gerade beim wichtigen schnellen DSL-Internetzugang. Mit - als Starthilfe von der Regulierungsbehörde sogar genehmigten - extrem niedrigen Einstiegspreisen hat das Unternehmen rund 2,5 Millionen Haushalte vorzugsweise in dicht besiedelten Gebieten an sich gebunden", kommentiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), die Entscheidung der Telekom. "Nun fehlt das Geld für den weiteren Ausbau, und Internet-Nutzer in ländlichen Gebieten schauen in die Röhre."

Noch schlimmer wird die Situation, da die DTAG auch beim schmalbandigen Internet-Zugang weiterhin auf Blockade setzt. Eine Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) von Juni 2002 verpflichtet diese zwar, ihren Wettbewerbern eine Internet-Verbindung zu einem pauschalen Tarif als Vorleistung (Großhandelsflatrate) anzubieten und nicht mehr nach Minuten abzurechnen, damit die Wettbewerber ihren Kunden ebenfalls - auch in ländlichen Regionen und kleinen Städten - eine Flatrate anbieten können.

Zudem wurde die Telekom in der Entscheidung der Regulierungsbehörde angehalten, ein entsprechendes Preisangebot bis Ende Juli vorzulegen. Dies ist aber, wie bei nahezu allen ähnlich gelagerten Fällen, auch diesmal nicht termingerecht geschehen. Grützner dazu: "Die Telekom spielt nicht nur einmal mehr auf Zeit. Sie sorgt auch dafür, dass den Kunden keine echte Alternative geboten werden kann. Sie selbst stellt das Angebot für einen DSL-Zugang in den für sie unattraktiven Regionen ein, gleichzeitig blockiert sie eine für die Wettbewerber wichtige Vorleistung. Mit der schmalbandigen Flatrate könnten die Wettbewerber denjenigen Kunden, die nicht an das DSL-Netz angeschlossen werden können, den Zugang zum Internet erleichtern.

Es bleibt zu hoffen, dass die Regulierungsbehörde in diesem Fall schnell das Verfahren gegen die Telekom eröffnet und sie zur Vorlage eines Angebotes zwingt.

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Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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