Pressemitteilungen

10.03.2003

Tarifanträge sollen DTAG Millionen in die Kassen spülen

Regulierer muss Preisexplosion stoppen

Die Deutsche Telekom AG (DTAG) versucht, mit zwei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) vorgelegten Entgeltanträgen Mehreinnahmen von mehreren Hundert Millionen Euro zu erzielen. Das würde gerade im Ortsnetz, wo nur geringer Wettbewerb besteht, die Preise wieder erheblich in die Höhe treiben.

Der Exmonopolist hat bei der RegTP beantragt, die monatlichen Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) zum 1. April 2003 von 12,48 auf 17,4 Euro hoch zu setzen. Die DTAG versucht, mit solchen Einnahmesteigerungen ein finanzielles Polster zu schaffen, das es ihr ermöglicht, das nahende Call by Call im Ortsnetz mit Billigpreisen auszuhebeln. Es drohen dann später wieder Preissteigerungen wie beim breitbandigen Internet-Zugang DSL, den die Telekom praktisch monopolisiert hat.

Auch die Interconnection-Preise will die Telekom auf breiter Front anheben. Die geforderte Erhöhung der Vorleistungspreise von 0,3 Cent pro Minute würde die Kosten der Wettbewerber in vielen Fällen fast verdoppeln. Völlig unabsehbar sind die Folgen für den Internet-Bereich, denn auch der Internet-Zugang soll von der Erhöhung der Kosten für die Netzzusammenschaltung betroffen sein. Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM: "Bei den geringen Margen im Markt wird den Wettbewerbern nichts anderes übrigbleiben, als ihre Kostensteigerungen an die Endkunden weiterzugeben. Sollte der Regulierer den Forderungen der Telekom nachkommen, würden die Wettbewerber sogar weiter in die Kosten-Preis-Schere getrieben. Die EU fordert schon seit langem den Abbau dieser Schere. Besonders unverständlich ist, dass der Exmonopolist höhere Preise verlangt, ohne überhaupt höhere Kosten in seinem Antrag zu belegen. Wir gehen daher fest davon aus, dass die RegTP für faire Preise sorgen wird und weitere Preissteigerungen für die Leistungen, auf die die Wettbewerber angewiesen sind, verhindert."

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de