Pressemitteilungen

21.05.2003

EU-Kommission verhängt erstmals Bußgeld gegen Telekom wegen wettbewerbswidriger Entgelte für den Ortsnetzzugang

VATM begrüßt Machtwort aus Brüssel

Der VATM begrüßt die heutige Entscheidung der EU-Kommission, der Telekom wegen Missbrauchs ihrer marktbeherrschenden Stellung aufgrund der Höhe und Schwere des Missbrauchs ein Bußgeld in Höhe von 12,6 Mio. EUR aufzuerlegen. Gleichzeitig erklärte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, er werde aufmerksam verfolgen, wie dieser Missbrauch abgestellt werde.

Mit der Verhängung eines Bußgeldes gegen die Deutsche Telekom AG (DTAG) hat die Europäische Kommission heute erstmals seit Beginn der Liberalisierung im Jahre 1998 massiv in den deutschen Telekommunikationsmarkt eingegriffen. Konkret wirft die Kommission dem Ex-Monopolisten vor, er missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, um durch unfaire Preispolitik Wettbewerbsunternehmen im Ortsnetz vom Markt fernzuhalten.

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, zeigt sich zufrieden: "Die Telekom muss jetzt handeln. Solange der Mietpreis für die blanke Kupferleitung (Teilnehmeranschlussleitung - TAL) nicht in einem fairen Abstand zu den Endkundenpreisen der DTAG liegt, bleibt den Konkurrenten auf Dauer keine Chance im Wettbewerb. Seit Jahren haben wir bereits auf die bestehende Wettbewerbsverzerrung hingewiesen, die von der Regulierungsbehörde nicht beseitigt wurde." Daher hatten verschiedene Telefongesellschaften Beschwerde bei der EU eingereicht.

Da die Wettbewerber von geringeren Kosten auf Seiten der DTAG ausgehen, ist nun eine entsprechende Absenkung der Vorproduktpreise der richtige Weg. Gleichzeitig wird der VATM in seiner Forderung im TKG-Entwurf nach einer unabhängigen und wettbewerbsfördernden Regulierungsbehörde bestärkt.

Die heutige Pressemitteilung der EU-Kommission

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