Pressemitteilungen

23.07.2003

RegTP lässt weitere Preiserhöhungen zu

VATM: Kostensenkung wäre der bessere Weg gewesen

Mit Enttäuschung reagiert der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) auf die Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), der zufolge die Deutsche Telekom AG (DTAG) künftig von ihren Kunden eine auf über 15 EUR erhöhte Grundgebühr für den analogen Telefonanschluss verlangen darf.

Hintergrund dieser Preisanhebung ist eine Entscheidung der EU-Kommission vom Mai diesen Jahres, mit der sie der DTAG ein Bußgeld in Höhe von 12,6 Millionen EUR auferlegt hatte. Die Begründung: die DTAG habe ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, um durch unfaire Preispolitik Wettbewerbsunternehmen im Ortsnetz vom Markt fernzuhalten. Denn der Ex-Monopolist verlangte von seinen Wettbewerbern, die auf dessen Vorprodukte angewiesen sind, einen höheren Preis für die Miete der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) als von den eigenen Endkunden (Kosten-Preis-Schere). Dabei hatte die EU jedoch ausdrücklich offen gelassen, ob die von ihr bemängelte Kosten-Preis-Schere über eine Erhöhung der Endkundenpreise, oder besser über eine kunden- und wettbewerbsfreundliche Senkung der Vorproduktkosten für die Wettbewerber zu schließen sei.

"Wir bedauern, dass die RegTP nicht den Mut hatte, rechtzeitig und in ausreichendem Maß die Vorproduktpreise zu senken. Dann hätten die Endkundenpreise stabil gehalten werden können," kommentiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM die Entscheidung der Behörde. "Mit der Genehmigung höherer Endkundenpreise hingegen hat man eindeutig die schlechtere Lösung gewählt. Denn", so Grützner weiter, "angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation kann es nicht sein, dass Unternehmen und Verbrauchern zusätzliche Kosten aufgebürdet werden, um der DTAG und damit dem Finanzminister viele Millionen Mehreinnahmen in die Kassen zu spülen."  

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
Tel.: +49 221 376 77-23
E-Mail: ck(at)vatm.de