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19.04.2004

VATM präsentiert Studie über Auskunfts- und Mehrwertdienste

WIK-Studie belegt wachsende wirtschaftliche Bedeutung und hohen Kundennutzen von Service-Rufnummern

Das Wissenschaftliche Institut für Kommunikationsdienste (WIK) hat im Auftrag des VATM eine Studie mit dem Titel „Der Markt für Auskunfts- und Mehrwertdienste in Deutschland“ erstellt. Die Studie untersucht die wirtschaftliche Bedeutung und den Kundennutzen der Auskunfts- und Mehrwertdienste. Ziel der Studie ist es, die quantitative Bedeutung, das Potential und die Dynamik dieses Marktsegmentes darzustellen.

Inhaltlicher Schwerpunkt sind marktstrukturelle und wettbewerbliche Aspekte dieses Marktsegmentes. Darüber hinaus wurden Tarifstrukturen und Abrechnungsverfahren untersucht. „Auskunfts- und Mehrwertdienste tragen mittlerweile fast 7% zum Umsatz in der Festnetzkommunikation bei“, erläutert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, die Ergebnisse der Studie. „Der Wettbewerb in diesem Marktsegment hat dazu geführt, dass neue Arbeitsplätze entstanden sind, sowohl im technischen Sektor als auch im Kundenservice.“

Das Marktvolumen der Auskunfts- und Mehrwertdienste schätzt die Studie auf fast 2 Milliarden Euro, wobei der größte Anteil mit 43% auf sogenannte Vertriebs-Mehrwertdienste entfällt. Sie umfassen die Rufnummern mit den Gassen 0190, 0900 und 0137. Hauptumsatzträger sind die Premium Rate-Dienste im Bereich 0190/0900. Ein überproportionales Wachstum ist jedoch gerade bei den 0137-Rufnummern zu beobachten, die z.B. im Bereich des Televoting völlig neue Formate in der Interaktion mit dem Zuschauer ermöglichen und Massenaufkommen bis zu 100.000 Anrufen pro Stunde bewältigen können. Die umsatzmäßige Bedeutung der Premium-Rate-Dienste ist mittlerweile höher als in den Bereichen Shared-Cost (0180) und Freephone (0800). Letztgenannte Mehrwertdienste im Bereich Customer Care werden vor allem bei Kundenservice und -pflege sowie zum Marketing und Aufbau von Kundenbeziehungen eingesetzt und weisen das höchste Verkehrsvolumen nach Minuten auf.

Die Studie belegt, dass in Deutschland ein bedeutendes Marktpotential für Mehrwertdienste vorhanden ist. Nur etwa 13% der Unternehmen und Non-Profit-Organisationen setzen bereits Mehrwertdienste ein und lediglich rund ein Viertel der Bevölkerung hat bisher schon Service-Rufnummern genutzt. Premium Rate-Nummern (0190- und 0900-Rufnummern) werden bisher von weniger als 10% der Bevölkerung in Anspruch genommen. Der Kundennutzen dieser Servicerufnummern liegt in der Einfachheit, Anonymität und in der Sicherheit bei der Zahlungsabwicklung und Inanspruchnahme des Inhalts.

Für die nächsten drei bis vier Jahre prognostiziert die Studie ein Marktwachstum von circa 50% für Customer Care- und Vertriebsmehrwertdienste. „Neue Anwendungen und Inhalte für Mehrwertdienste sowie die Erschließung neuer Anwendergruppen werden diese dynamische Entwicklung weiter vorantreiben“, meint Jürgen Grützner. „Kritische Erfolgsfaktoren für die weitere Entwicklung des Marktes sind hier jedoch vor allem die Vermeidung von Missbrauch und die Sicherstellung der Abrechenbarkeit.“

Um die Missbrauchsprävention zu unterstützen, wirkt der VATM auf eine erhöhte Preis- und Produkttransparenz hin - gerade auch im Bereich Mobile Marketing und Premium SMS. „Wir sehen hierzulande vor allem im Vergleich zu den USA ein bedeutendes Marktpotential, wenn es gelingt, die Akzeptanz der Mehrwertdienste in der Öffentlichkeit zu steigern,“ führt Grützner aus.

Die technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen für die Abrechnung und Erreichbarkeit von Mehrwertdiensten aus allen Netzen wurden zudem weiter ausgestaltet und der Aufbau einer unternehmensübergreifenden Portierungsdatenbank vorangetrieben. Über eine einheitliche Datenbank können somit zukünftig Mehrwertdienste aus alternativen Telekommunikationsnetzen erreicht und abgerechnet werden – eine notwendige Voraussetzung für die Akzeptanz und den Nutzen von Mehrwertdiensten.

Die Ergebnisse der Studie basieren sowohl auf öffentlich zugänglichen Informationsquellen wie auch auf Gesprächen mit Experten und Datenmaterial aus Unternehmen, die in diesem Marktsegment tätig sind. Die Studie ist erhältlich beim Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienste (WIK)  www.wik.org und kann auch hier bestellt werden. 

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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