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02.08.2004

Internet-Telefonie treibt Breitband-Penetration

VATM: Zugang zur letzten Meile für breitbandiges Internet muss endlich Realität werden

Die ersten Anfänge der Internet-Telefonie waren eher desillusionierend: zwei Menschen, die sich vorher übers „normale“ Telefon zu diesem Meeting verabreden mussten, saßen, ausgerüstet mit Headset und Mikrofon, vor ihrem PC und versuchten, miteinander ins Gespräch zu kommen, was in den meisten Fällen mangels Sprachverständlichkeit jämmerlich scheiterte. Nur die Engelsgeduld eines Web-Pioniers und die vergleichsweise äußerst geringen Kosten selbst für größte Entfernungen mögen den Leidensdruck erträglich gemacht haben.

Heute, nur wenige Jahre, aber einige Entwicklungsstufen (DSL!) der Internet-Technologie später, hat sich die Sprachtelefonie übers Internet (Voice over Internet Protocol - VoIP) qualitativ um Größenordnungen verbessert und funktioniert im Prinzip fast so problemlos wie Anrufe über die traditionellen Übertragungswege.

„Für Privatnutzer sowie Geschäftskunden haben die neuen Anwendungen über IT auf Anhieb ein einleuchtendes Argument auf der Hand: die Gesprächskosten. Sie betragen nämlich unter Umständen nur Bruchteile der Gebühren in vermittelten Net¬zen - zumindest dann, wenn das Gegenüber ebenfalls Nutzer von Internet-Telefonie ist,“ erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. „Gerade für Nutzer mit Flatrate-Tarifen gewinnt das Telefonieren über das Internet an Attraktivität.“ Aber auch nutzungsabhängige Tarife sind für den Kunden günstig. Sie liegen derzeit ungefähr auf dem Niveau der günstigsten Call-by-Call-Tarife.

Beste Voraussetzung und treibende Kraft für die zunehmende Verbreitung von Internettelefonie ist vor allem die in den USA und Europa schnell wachsende Zahl von Breitbandzugängen über DSL. Denn, ob¬wohl die Internet-Telefonie grundsätzlich auch über analoge oder ISDN-Anschlüsse möglich ist, sind nur DSL-Verbindungen (oder entsprechende Kabelnetze) in der Lage, die bei IP-basierten Sprachdiensten anfallenden großen Datenmengen in ausreichend hoher Ge¬schwindigkeit zu transportieren, um somit eine der herkömmlichen Telefonleitung vergleich¬bare Sprachqualität zu garantieren.

Um die in Deutschland weiterhin fehlenden Wachstumsimpulse im Breitband freizusetzen, müssen jetzt die Weichen für eine echte Wettbewerbspolitik im breitbandigen Internetmarkt gestellt werden. Zwar ist als erster Schritt der Wiederverkauf von DSL-Anschlüssen der Deutschen Telekom AG positiv. Wenn alle Vorleistungsprodukte allerdings auf der bestehenden Infrastruktur der Telekom aufsetzen, ist ein dauerhafter Innovationswettbewerb nicht möglich.

„Der Zugang zur ‘letzten Meile’ im Breitbandmarkt muss endlich geöffnet werden und die notwendigen Schritte für ein nachfragegerechtes Angebot auf der Basis von Bitstream Access sind unverzüglich vorzunehmen,“ fordert Jürgen Grützner. „Wettbewerb muss auf allen Wertschöpfungsstufen zu fairen Konditionen möglich sein.“

Kontakt

Corinna Keim
Leiterin Kommunikation und Presse
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