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11.01.2007

TK-Trends 2007: Konvergenz, Next Generation Networks, weiterer Breitbandausbau

VATM-Pressetag in München „Anschluss an alles? – TK-Markt rüstet sich mit integrierten Diensten für den Kunden“

Das Zusammenwachsen von Anschlusstechnologien und Geräten, der Aufbau der sogenannten Next Generation Networks (NGN) und der weitere Breitbandausbau gehören 2007 zu den wichtigsten Trends im Telekommunikationssektor. Dabei werden Dienste wie beispielsweise Sprachtelefonie oder Internet in der All IP-Welt in absehbarer Zeit keine separaten Netze mehr benötigen. Über WLAN-fähige Endgeräte können Kunden unabhängig vom Standort auf die gewünschten Dienste zugreifen. Über diese Entwicklungen berichteten die Experten beim VATM-Pressetag „Anschluss an alles“, der heute im Münchner Literaturhaus stattfand.

Dass eine fehlende DSL-Anbindung kein unabänderliches Schicksal ist, verdeutlichte Patrick-Lewis, Program & Marketing Manager Hughes Network Systems GmbH, am Beispiel der Zwei-Wege-Satelliten-Technologie. Mit Breitband über den Transponder lassen sich aber nicht nur bislang unversorgte Gebiete ans schnelle Internet anschließen. Bei vielen multinational tätigen Unternehmen wird diese Technologie zunehmend auch dazu eingesetzt, ihre Standorte über einen Anbieter miteinander zu vernetzen oder sichere Back-up-Verbindungen sicherzustellen.

Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung der NEXT ID GmbH, sieht die 0137er-Rufnummern als Wachstumstreiber für die Mehrwertdienste-Branche. Bei den sogenannten Call Media Diensten stehen in diesem Jahr besonders Interaktionsdienste und Serviceangebote im Fokus. Neben der herkömmlichen Werbung hätten sich Call Media-Formate zu einer tragenden Säule bei der Finanzierung der TV-Sender entwickelt, die die Fernsehlandschaft nachhaltig verändert habe. Die Mehrwertdienste-Branche, die bereits heute knapp dreieinhalb Milliarden Euro umsetze und mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftige, werde sich daher auch künftig positiv entwickeln.

Dr. Alwin Mahler, Vice President Strategy der Telefonica GmbH, ist überzeugt, dass die Entwicklung hin zu einem Anschluss auf Basis von IP für alle Services geht. DSL bleibe für die nächsten Jahre die bestimmende Anschlusstechnologie. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern  spielten andere Zugangstechnologien kaum eine Rolle. Im Bereich IP TV erlaube die zunehmende Konvergenz neue Formen der Interaktivität und neue Geschäftsmodelle. Denkbar sei zum Beispiel eine nahezu unlimitierte Anzahl im Netz verfügbarer Fernsehkanäle, aus der der Kunde auf Wunsch unter anderem auch Sparten- oder regionale Programme abrufen könne. Voraussetzung für den Erhalt von Innovation und Dynamik im Markt seien Wettbewerb und chancengleicher Zugriff, die nur durch eine konsequente Fortsetzung der Regulierung zu gewährleisten sei.

Dass die Substitution von Festnetz durch Mobilfunk bereits in vollem Gange ist, zeigte Dr. Christian Vogl, General Manager Mobility Implementation BT (Germany) GmbH & Co. OHG,  auf. So würden schon heute über 60 Prozent mobiler Telefonate „inhouse“ geführt. Mobile Technologien wie GSM oder WLAN ermöglichten dabei die Unabhängigkeit von der leitungsgebundenen letzten Meile. Der Trend gehe klar zu konvergenten Endgeräten, die die Kommunikation über eine Rufnummer und eine Mail-Box ortsunabhängig in beiden Welten möglich machten. Dabei sei insbesondere im Business-to-Business-Bereich denkbar, neue Applikationen wie beispielsweise Ticket- oder ERP-Systeme über diese Geräte zu nutzen.

Andreas Jürgensen, Leiter Netze bei der freenet.de AG, vertrat die Ansicht, dass der Umbruch in der Sprachtelefonie schon heute in vollem Gange ist. So betrage aktuell der Anteil der Internettelefonie am gesamten Festnetzmarkt bereits etwa fünf Prozent. Dieser Anteil werde sich bis zum Jahr 2020 sukzessive auf 100 Prozent erhöhen. Die Umstellung auf IP-basierte Netze biete dabei für Netzbetreiber und Endkunden deutliche Kostenvorteile: So müssten die Netzbetreiber künftig nur noch ein Netz unterhalten, Endkunden könnten sich viele Geräte wie Splitter oder Router sparen.

„Die Wettbewerber sind die Innovationstreiber im Telekommunikationsmarkt“, so das Fazit von VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner, der in seinem Eingangs-Statement zum Pressetag noch einmal nachdrücklich auf die Notwendigkeit auch weiterhin konsequenter Zugangsregulierung im TK-Sektor hingewiesen hatte. „Mit der Umstellung auf Next Generation Networks tragen die Anbieter auch künftig den Kundenwünschen nach preisgünstigen konvergenten Diensten Rechnung.“

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